Kreis Plön : Kampfjets über Hohwachter Bucht

Getestet werden sollen laut Luftwaffe bei dieser Übung vor allem die „Avioniksysteme“ der Flugzeuge.
Getestet werden sollen laut Luftwaffe bei dieser Übung vor allem die „Avioniksysteme“ der Flugzeuge.

Noch bis zum 22. Mai wird der Umgang mit Luftverteidigungssystemen trainiert. „Düppel“ und „Flares“ sind dabei im Einsatz.

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08. Mai 2015, 11:15 Uhr

„Eurofighter“, „Tornados“, „C-160 Transall“ und „NH-90“ Hubschrauber der Luftwaffe haben seit Dienstag nur ein Ziel: Sie werden in den nächsten Tagen zur Großübung „Baltic Cloud 2015“ den Truppenübungsplatz Todendorf in der Hohwachter Bucht anfliegen. Nach Angaben des Luftfahrtamtes der Bundeswehr in Köln kann es dadurch zu verstärktem Fluglärm kommen.

Die Flüge sind von 8 bis 11.30 Uhr sowie 13 bis 16.30 Uhr geplant. An den Wochenenden und am Himmelfahrtstag (14. Mai) ruht der militärische Übungsflugbetrieb. Die Übung läuft bis zum 22. Mai.

Beteiligt an einer der größten Luftwaffenübungen in Norddeutschland sind „Eurofighter“ des Luftwaffengeschwaders 73 aus Laage, „Tornados“ des Geschwaders 51 aus Jagel, das Lufttransportgeschwader 63 mit seinen „Transall“ aus Hohn, Hubschrauber NH-90 aus Laupheim, Kampfhubschrauber aus Fritzlar und die Marineflieger mit ihren P-3c „Orion“ Seeaufklärern aus Nordholz.

Der Lärmpegel wird nach Darstellung von Offizieren der Luftwaffe vor allem davon abhängen, wie tief die Flugzeuge fliegen, wo sie unterwegs sind und aus welcher Richtung der Wind kommt. Laut Presse- und Informationszentrum der Bundeswehr sollen die Maschinen in der Regel in 350 Meter Höhe über der Ostsee fliegen. Die Flugzeuge können dann mit bis zu 800 km/h unterwegs sein. Das entspricht in der Nähe etwa dem Lärm eines Formel 1-Rennwagens. Vor allem aber wird man die Flugzeuge sehen können, so die Luftwaffe. Denn sie fliegen von ihren Stützpunkten das Zielgebiet an. Geplant sei, dass ein Großteil der Übungstätigkeit außerhalb einer sogenannten Zwei-Meilen-Zone zum Land stattfindet.

Alle Maschinen haben dabei verschiedene Aufgaben. Die „Eurofighter“ sind spezialisiert auf den Luftkampf. Die „Tornados“ auf die elektronische Aufklärung. Die „Transall“ auf den Lufttransport
wie auch die Hubschrauber NH-90, die auch zur Seezielbekämpfung eingesetzt werden.

Getestet werden sollen laut Luftwaffe bei dieser Übung vor allem die „Avioniksysteme“ der Flugzeuge. Das sind die elektronischen Systeme an Bord der Maschinen wie Luft- und Bodenradar, Infrarotzielsysteme und die Infraroterfassung zur Abwehr von Raketen. Zur Übung gehört, dass angreifende Flugzeuge in den Radarstrahl eines Verteidigungssystems geraten und dann entsprechend Abwehrmechanismen in Gang setzen – zum Beispiel den Abwurf von „Düppeln“, das sind Lametta-ähnliche Streifen, die die gegnerische Abwehr stören oder auch „Flares“, das sind Infrarot-Täuschkörper, die die Ortung der Maschinen erschweren und die Zielerfassung der Raketen ablenken soll. Alle Flugzeuge der Luftwaffe sind mittlerweile mit diesen Systemen ausgerüstet.

Wie viele Maschinen der unterschiedlichen Typen insgesamt zum Einsatz kommen, ist nicht bekannt. Nach unbestätigten Berichten sollen es bis zu 30 Flugeinheiten sein. Täglich wird es – wetterabhängig – rund sechs bis acht dieser Vorbeiflüge geben. Offen ist dabei, ob die Maschinen einzeln oder auch im Verband fliegen werden.

Sollten Bürger sich vom Lärm gestört fühlen oder Fragen zur Übung haben, können sie sich unter dem rund um die Uhr besetzten Bürgertelefon informieren: 0800/ 8620730.  
Jörg Wilhelmy
 

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