Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Geben Auskunft zum neuen LZA-Projekt: Susann Sommerfeld, Doreen Nickel und Thomas Dobkowitz. Es fehlt auf dem Foto Monika Laska.
Geben Auskunft zum neuen LZA-Projekt: Susann Sommerfeld, Doreen Nickel und Thomas Dobkowitz. Es fehlt auf dem Foto Monika Laska.

Jobcenter des Kreises Plön erhält Fördergelder von knapp einer Million Euro / Ziel: 800 Erwerbslose wieder in Lohn und Brot zu bringen

shz.de von
15. Juli 2015, 14:00 Uhr

. „Wir sind um knapp eine Million Euro handlungsfähiger“, ist Gerhard Kerssen, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Plön, zufrieden. Durch die Teilnahme an einem bundesweiten Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur „Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit“ (LZA) war das Jobcenter Kreis Plön unter den rund 300 beteiligten Jobcentern im Bundesgebiet erfolgreich.

Für die Berufsetablierung von etwa 800 Langzeitarbeitslosen im Kreis Plön – davon rund Zweidrittel über 50 Jahre - stehen dem Jobcenter für das LZA-Projekt seit 1. Juli bis Ende 2018 rund 988  000 Euro aus Finanzmitteln des BMAS und dem Europäischen Sozialfonds (EFS) zusätzlich zur Verfügung.

Die Teilnahme ist freiwillig und richtet sich an motivierte Erwerbslose. Zwei Zielgruppen kommen in den Genuss des Projekts: Eine Normalförderung erhalten Arbeitslose ab einem Alter von 35 Jahren, die mindestens zwei Jahre dauerhaft erwerbslos waren. Arbeitslose, die neben den genannten Kriterien seit mindestens fünf Jahren keine Tätigkeit ausübten und zudem gehandicapt sind, werden durch eine Intensivförderung begleitet. Zusätzliche Zuschüsse für Fahrgeld, den Erwerb eines fahrbaren Untersatzes, um zur Arbeit zu kommen und notwendige Qualifizierungsmaßnahmen würden individuell geprüft, informierte Kerssen.

Auch Arbeitgeber hätten durch das neue Projekt Vorteile, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen und ihre Betriebe zukunftsfähig aufzustellen, erläuterte die Projektleiterin Susan Sommerfeld, die mit der Teamleiterin Doreen Nickel maßgeblich für das Projekt verantwortlich zeichnen. Die Betriebe erhalten für neue Mitarbeiter der Normalförderung über einen Zeitraum von zwei Jahren einen durchschnittlichen Lohnkostenzuschuss von 54 Prozent.

Bei der Übernahme von intensiv geförderten Langzeitarbeitslosen sieht das LZA-Projekt eine 36-monatige Bezuschussung mit durchschnittlich 64 Prozent vor. Bisher erhielten Arbeitgeber für maximal drei Monate
30 Prozent. Erste positive Rückmeldungen von Betrieben habe es bereits gegeben, informierte Thomas Dobkowitz vom Arbeitgeber-Service.

Im Rahmen des Projekts stehen dem Jobcenter rund 4000 Coach-Stunden zur Verfügung, die bundesweit ausgeschrieben wurden und als externe Leistungen eingekauft werden. Die Coaches stehen den künftigen Arbeitnehmern bei Problemen am Arbeitsplatz oder innerhalb der Familie in den ersten sechs Monaten beratend als „Alltagsbegleiter“ zur Seite.

Um Betriebe für das Projekt zu gewinnen, setzt sich Monika Laska als Betriebsakquisiteurin ein. Sie wird als zentrales Bindeglied zwischen Arbeitgebern, dem Jobcenter und dem Coach des Arbeitnehmers fungieren. Zugleich wirbt sie um geeignete Stellen und berät Arbeitgeber über die Details der Fördermöglichkeiten.

Mit dem LZA-Projekt könnten 75 Langzeitarbeitslose in eine Tätigkeit vermittelt werden, schätzt Gerhard Kerssen. Allerdings vermutet er, dass das Geld nicht ausreichen werde. Das Projekt ist hart kalkuliert: Rund 80  000 Euro seien für die Betriebsakquisiteurin, 220  000 Euro für die Coach-Stunden und 250  000 Euro für Lohnkostenzuschüsse eingeplant. Kerssen sei bewusst, dass er in dem Fall zusätzliche Mittel, wie beispielsweise Fahrgeldzuschüsse, aus dem bisherigen Etat finanzieren werde.


Weitere Informationen über der LZA-Projekt
erhalten interessierte Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber bei Betriebsakquisiteurin Monika Laska (Tel. 04522/7646-191), Thomas Dobkowitz vom Arbeitgeber-Service (Tel. 04522/ 74773-72), der Projektkoordinatorin Susann Sommerfeld (04522/7646-103) und Doreen Nickel (04522/7646-179)


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