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Grossfeuer : Kampf gegen hartnäckige Brandnester

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Feuer in der ehemaligen Reha-Klinik Hängebargshorst hält Einsatzkräfte stundenlang in Atem. War es ein Kabelbrand oder haben Einbrecher Feuer gelegt?

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2014 | 13:30 Uhr

Krummsee | Das war kein einfacher Einsatz für die Malenter Gemeindewehr: Als schwierig zu erkunden und zu bekämpfen entpuppte sich ein Brand in der leerstehenden ehemaligen Klinik Hängebargshorst, zu dem zunächst nur die Malenter Ortswehr am Freitagabend um 22.51 Uhr gerufen wurde. Ein Anrufer hatte gemeldet, ein Haus an der Klinik stehe in Brand.

Doch als Polizei und Feuerwehr mit ihrem Löschzug am Einsatzort eintrafen, war von einem Feuer nichts zu sehen. Statt dessen war schnell klar, dass in das mehrflügelige Gebäude mit rund 19 000 Quadratmetern Nutzfläche eingebrochen worden war. Die Schiebetür im Eingangsbereich des Hauptgebäudes stand offen, ein Feuerlöscher lag vor dem Gebäude. Er war ganz offensichtlich von innen durch eine große Scheibe direkt neben dem Eingang auf den Platz vor dem Eingang geworfen worden.

Während zwei Polizisten das Gebäude erkundeten, rechneten die Feuerwehrleute angesichts des scheinbaren Fehlalarms wohl nicht mehr mit einem Einsatz – sie legten die während der Fahrt zum Einsatzort anglegte Atemschutzmasken wieder ab. Doch um 23.19 Uhr hieß es plötzlich „Feuer im Gebäude“. Während der Erkundung hatte die Polizeibeamten Feuerschein im Flügel parallel zur Rövkampallee entdeckt, dabei handelt es sich um ein erst in den 90er Jahren errichtetes Bettenhaus. Von der Straße aus war das Feuer nicht zu erkennen.

Der Feuerschein kam von der Gebäudeseite zum Innenhof. „Dort stand ein Zimmer im Erdgeschoss in Vollbrand“, berichtete Gemeindewehrführer Bernd Penter. Die Fensterscheibe war bereits geborsten und die Flammen hinterließen dicke Rußspuren auf der Fassade. Zwar hatten die Einsatzkräfte unter Leitung von Ortswehrführer Jürgen Hansen den Zimmerbrand schnell im Griff, doch der Einsatz war damit noch längst nicht vorbei. Im völlig verrauchten Erdgeschoss wurden weitere Brandnester vermutet. Zur Unterstützung der Ortwehr ließ Hansen deshalb alle sieben weiteren Ortswehren der Gemeinde nachalarmieren. Schließlich waren 85 Einsatzkräfte, davon 22 Atemschutzträger vor Ort. Sie wurden gebraucht, um das Gebäude zu erkunden.

Zufall oder nicht? Während die Kreuzfelder Wehr auf dem Weg zum Einsatzort war, ging bei der Rettungsleitstelle ein zweiter Alarm ein. Im ehemaligen Intermar-Hotel sollte es brennen. Doch es handelte sich um einen Fehlalarm, wie die Kreuzfelder schnell feststellten. Jemand hatte mutwillig einen Brandmelder gedrückt.

Mit starken Lüftern ließ Hansen den Rauch aus dem Gebäude drücken, so dass die Feuerwehrleute systematisch das gesamte Erdgeschoss erkunden konnten. Als versteckter Brandherd entpuppte sich ein Teil der abgehängten Decke des Flurs. Mithilfe von Wärmebildkameras orteten die Einsatzkräfte die Brandnester, um die Decke an diesen Stellen herunterzuholen und abzulöschen.

„Wir haben auf 20 bis 40 Metern einen richtig heftigen Schwelbrand“, berichtete einer der Atemschutzträger gegen 0.20 Uhr. Dort sei es extrem heiß. Sehr heiß waren auch die Rauchgase: bis zu 250 Grad, berichtete Hansen. Das habe die Wärmebildkamera angezeigt. Glücklicherweise hatte sich das Feuer noch nicht in die erste Etage des vierstöckigen Gebäudes gefressen. Um 1.10 Uhr kam schließlich die Meldung „Feuer aus“, alle Brandnester waren abgelöscht.

Die Kriminalpolizei hat das gesamte Klinikgebäude beschlagnahmt, um die Brandursache zu ermitteln. Möglich erscheinen sowohl ein Kabelbrand als auch Brandstiftung. Mehrere Fensterscheiben waren eingeschlagen und Türen standen offen. Möglicherweise haben die Einbruchspuren etwas mit dem Feuer zu tun.

 

 

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