Malente : Kampf gegen coliforme Keime

Derzeit sollen Bewohner des ehemaligen Intermars ihr Wasser zur Sicherheit abkochen.
Derzeit sollen Bewohner des ehemaligen Intermar ihr Wasser zur Sicherheit abkochen.

Darmbakterien im Trinkwasser des ehemaligen Intermar-Hotels. Seit Ende Oktober gilt eine Abkochverfügung des Kreises.

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22. Dezember 2014, 18:00 Uhr

Bleibt das Wasser jetzt sauber? In den vergangenen Monaten haben sich die Bewohner des ehemaligen Intermar-Hotels gleich zweimal mit Keimen im Trinkwasser herumgeschlagen. Ende Mai wurden dem Kreisgesundheitsamt erstmals Verunreinigungen gemeldet. Im Juni schien das Problem durch Spülmaßnahmen schnell behoben, doch dann tauchten Ende Oktober erneut Keime auf.

Seitdem sind die Bewohner erneut angehalten, zur Sicherheit das Trinkwasser abzukochen. Dafür erließ der Kreis eine sogenannte Abkochverfügung. Parallel wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Keime dauerhaft aus dem Leitungssystem zu verbannen. „In der vergangenen Woche hat eine Fachfirma das Leitungsnetz von Montag bis Freitag teilweise bis in die Nacht hinein mit einem Luft-Wasser-Gemisch gespült“, erklärte Verwalter Volker Moltzen. Eine Bewohnerin berichtete dem OHA, sie habe das Wasser in ihrer Wohnung mindestens fünf Minuten laufen lassen müssen.

Doch das ist nicht die einzige Maßnahme. Auf Anordnung des Kreises hat Moltzen einen Fachmann für Trinkwasserhygiene hinzugezogen. Der Sachverständige aus Kiel hat die Schwachstellen des hausinternen Trinkwassernetzes analysiert. Denn so viel steht fest: Die Ursache liegt im Gebäude. „Das Wasser, das die Gemeindewerke liefern, ist absolut einwandfrei“, weiß Moltzen. Der Kreis sieht aufgrund der Analyse eine Ursache der Verkeimung in leer stehenden oder zeitweilig nicht genutzten Appartements: „Im Ergebnis scheint es zu sogenannten Stagnationen des Trinkwassers zu kommen, die zu einer Belastung führen“, erläuterte Anja Sierks-Pfaff. Derzeit sind etwa 70 von 160 Apartments dauerhaft bewohnt.

Nun hat nach Moltzens Angaben ein Installationsbetrieb Teile der Leitungen stillgelegt und andere Leitungen gekürzt, um so die Gefahrenquellen zu minimieren. Als unproblematisch habe sich das Trinkwasservorhaltebecken im Gebäude erwiesen, von wo aus die einzelnen Appartements mit zahlreichen Leitungen versorgt würden. „Im Becken hatten wir keine Verkeimung.“

Seit Jahren ziehe ein Kieler Labor einmal im Quartal Wasserproben, um diese auf Keime zu untersuchen, sagte Moltzen. Die Ergebnisse gingen sowohl an ihn als Verwalter als auch an den Kreis. Derzeit würden laufend Proben gezogen. Nun müsse der Erfolg der Maßnahmen dem Fachdienst Gesundheit durch entsprechende Untersuchungen nachgewiesen werden, erklärte Anja Sierks-Pfaff. Bereits seit der Verkeimung Ende Mai hat der Kreis die Trinkwasserqualität in dem Hochhaus verschärft im Blick. Volker Moltzen ist unterdessen guter Hoffnung, dass zumindest die Abkochverfügung bald aufgehoben wird.

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