zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

27. Juli 2017 | 20:35 Uhr

Kampf gegen Barrieren im Netz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Auch Behinderte sollen das Internet nutzen können: Der Kreis Ostholstein nimmt daher am bundesweiten Projekt „Bik für alle“ teil

Der Begriff Barrierefreiheit hat mittlerweile Eingang in den Sprachgebrauch. Hindernisse sollen möglichst verschwinden, damit sich auch Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe im Alltag bewegen können. Doch neben so realen Problemen wie Bordsteinen oder Treppen gibt es auch virtuelle Hindernisse – und zwar im Internet. Wie Kommunen und soziale Einrichtungen einen barrierefreien Auftritt im Netz effizient realisieren können, darum ging es in dieser Woche im Eutiner Kreishaus bei einer Veranstaltung mit dem Thema „Barrierefreies Internet“.

Um in Sachen Inklusion voranzukommen, beteiligt sich der Kreis als Modellregion am bundesweiten vom Bundessozialministerium geförderten Projekt „Barrierefrei informieren und kommunizieren – für alle“ („Bik für alle“). Dies richtet sich an Kommunen und soziale Organisationen. Im November 2016 unterzeichnete der Kreis deshalb einen Kooperationsvertrag mit der Dias GmbH. Das Hamburger Unternehmen forscht und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Barrierefreiheit und Inklusion.

Im Dezember 2016 ist die EU-Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen in Kraft getreten. „Barrierefreiheit wird somit künftig auch auf kommunaler Ebene verpflichtend“, erklärte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager vor Vertretern von Kommunen, Einrichtungen und Verbänden, Unternehmen und Webredakteuren des Kreises. Die Möglichkeit, Informationen über das Internet zu erhalten, sei zum Standard geworden. „Auch für Menschen mit Behinderungen muss es daher möglich sein, dieses Medium zu nutzen und Informationen in für sie zugänglichen Formaten zu erhalten“, folgerte Sager. Der Kreis setzte sich bereits seit 2006 intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit auseinander. Der Internetauftritt des Kreises sei in vielfacher Hinsicht, etwa für blinde und sehbeeinträchtigte Personen, barrierefrei.

Die Dias-Mitarbeiter Heike Clauss und Simone Lerche stellten „Bik für alle“ vor. „Barrierefreie Internetangebote sind so gestaltet und technisch umgesetzt, dass sie von allen Menschen – unabhängig von ihren Einschränkungen und den technischen Voraussetzungen – genutzt werden können“, sagte Heike Clauss. Dies bringe auch Anbietern von Webseiten Vorteile. Ob blind, sehbehindert, gehörlos oder motorisch eingeschränkt – barrierefreie Internetseiten gewährten Zugang für alle Nutzergruppen, seien es Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, ältere Menschen oder Nicht-Muttersprachler. Sie zeigte an mehreren Beispielen, wie die richtige Wahl von Schriftgrößen und Farbgestaltung die Nutzbarkeit von Internetseiten für bestimmte Personen erleichtert.

Mit dem BITV-Test (die Abkürzung verweist auf die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) stellte Dias ein Verfahren vor, das eine Prüfung der Barrierefreiheit der eigenen Webseiten ermöglicht. Erreicht ein Internetauftritt im Test mindestens 90 von 100 Punkten, wird das Bik-Prüfsiegel für Barrierefreiheit im Internet vergeben. Die Zuhörer bekamen nicht nur Hinweise, wie Barrierefreiheit realisiert werden kann.

Schließlich konnten die Teilnehmer an verschiedenen Aktiv-Stationen selbst erfahren, wie Menschen mit Behinderung, etwa Hör- oder Seheinschränkungen, das Internet nutzen. Außerdem stellte der Kreis in Zusammenarbeit mit der Firma Advantic Systemhaus GmbH am Beispiel seines Ostholstein-Portals vor, wie er seinen Webauftritt barrierefrei gestaltet.

Diese Veranstaltung bildete den Auftakt zu mehreren Workshops, in denen das Thema vertieft werden soll. Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr in einem „Best Practice“-Leitfaden zusammengefasst und auf den Internet-Seiten des Kreises zur Verfügung gestellt werden. Informationen unter www. bik-fuer-alle.de im Internet.



zur Startseite

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 17:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen