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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 16:14 Uhr

Winter : Kalte Tage in Michigan

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die gebürtige Eutinerin Caroline Pinn-Gornick lebt seit über zehn Jahren in Gaylord und berichtet vom eiskalten Winter in den USA.

Die Kältewelle, die über die Vereinigten Staaten hereingebrochen ist, war sogar Thema deutscher Nachrichtensendungen. „Selbst in Atlanta im Bundesstaat Georgia wurden Temperaturen unter null Grad Celsius gemessen“, berichtet Caroline Pinn-Gornick. Die gebürtige Eutinerin, die beim Ostholsteiner Anzeiger den Beruf der Zeitungsredakteurin erlernt hat, lebt seit mehr als zehn Jahren in Gaylord in
Michigan.

In Michigan sind die Winter im Normalfall weiß und kalt. „Es gibt immer wieder Schnee, der dann im Lauf der Zeit wegtaut, und dann fällt wieder Schnee. Der Winter dauert hier im Durchschnitt drei Monate“, sagt Carolin Pinn-Gornick. Der Schneefall setzte schon im November ein, einige Wochen früher als sonst – und seitdem bestimmt die Farbe Weiß den Alltag in der Region, die rund anderthalb Autostunden südlich der kanadischen Grenze liegt. Die Temperaturen liegen weit unter Null, vor einigen Tagen bei -28 Grad. „Dazu kam ein starker Wind, so dass die gefühlte Temperatur bei -45 Grad gelegen hat“, erinnert sich die selbstständige Geschäftsfrau.

Ihrer zehnjährigen Tochter Elise bescherte der Frost zwei Tage schulfrei. Per SMS wurden die Eltern informiert, dass die Kälte so bedrohlich war, dass die Schulen geschlossen blieben. Wer sich länger als 20 Minuten bei solchen Minusgraden im freien bewegt, läuft Gefahr, dass er sich Erfrierungen einhandelt. Und dann hat diese Witterung natürlich auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr. „Es gab Straßen, die immer wieder überfroren und spiegelglatt waren. Da war auch der Schulweg sehr gefährlich, denn hier werden die meisten Wege mit dem Auto erledigt“, sagt Caroline Pinn-Gornick. Als Wetterphänomen macht den Autofahrern das „Whiteout“ zu schaffen, das mit einem Starknebel zu vergleichen ist. Konturen verschwimmen, der Horizont ist nicht mehr zu erkennen.

Im Haushalt werden die Wasserhähne soweit aufgedreht, dass ein bleistiftdicker Strahl entsteht. „Sonst würden die Wasserleitungen
einfrieren.“ Schnee und Frost, da sollte einem Schneemann oder einer zünftigen Schneeballschlacht nichts im Wege
stehen – sollte man meinen. Aber die Kälte ist trocken, der Schnee eher pulverig. Das heißt: Er klebt nicht.

Sportlich genießen die Gornicks den Winter auf Skiern, dem Schlitten oder sie laufen in Schneeschuhen. Mit einem dicken Daunenmantel, Handschuhen, Mütze und dicken Schuhen, so genannten Mukluks, schützt sich die Familie vor der Kälte. Die beliebtesten Getränke sind heiße Schokolade, Kaffee, Apfel-Punsch und Glühwein. Die Gornicks heizen mit Propangas, der große Tank muss im Winter ein paar Mal aufgefüllt werden.

Wenn sie im Winter nach Eutin komme, erlebe sie das Wetter oft als grau und nass. Das könnte sich schon am Wochenanfang ändern: Dann sagen die Meteorologen einen Wetterumschwung voraus. Während die USA langsam wieder auftauen, sollen die Temperaturen in Deutschland unter den Gefrierpunkt sinken, vielleicht gibt es sogar Schnee. Prognosen sagen, dass die Wetterlage aus den USA etwa zwei Wochen braucht, ehe sie auch das Wetter in Mitteleuropa beeinflusst.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 10.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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