Grünes Licht vor fünf Jahren: : Kai Bellstedt (SPD) drängt auf die längst fällige Reaktivierung der Pendlerbahn „Hein Schönberg“

Mit der Bahn von Kiel nach Schönberg: Die SPD-Kreistagsfraktion erinnert an die bereits genehmigte Reaktivierung.
Mit der Bahn von Kiel nach Schönberg: Die SPD-Kreistagsfraktion erinnert an die bereits genehmigte Reaktivierung.

Bellstedt: „Das werden wir auch nicht akzeptieren.“ Kalinka: "Ein Planfeststellungsverfahren ist notwendig."

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26. April 2021, 09:59 Uhr

Es ist seit Jahren ein Hick-Hack um die Reaktivierung der Pendlerbahn „Hein Schönberg“ aus der Probstei in die Landeshauptstdt Kiel und wieder zurück. SPD und Grüne favorisieren das Projekt, die CDU schreckt vor viel zu hohen Kosten zurück. Jetzt erinnert Kai Bellstedt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Plöner Kreistag, daran, dass der damalige Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am 4. Januar 2016 verbindlich Grünes Licht für Hein Schönberg gegeben habe. Mit dem neuen Minister Bernd Buchholz allerdings sieht Bellstedt wieder eine „Hängepartie“.

Inzwischen gibt es einen neuen Minister und eine Hängepartie. Erst wurden gestiegene Kosten ins Feld geführt, um das Projekt zu beenden. Das scheiterte aber am breiten Widerstand aus der Region und im Landtag Kai Bellstedt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Plöner Kreistag
 


Seit 18 Jahren engagiert sich die SPD-Kreistagsfraktion für die Reaktivierung von Hein Schönberg, heißt es dazu in einer SPD-Pressenotiz. Nachdem die Finanzierung der Bahnstrecke auch durch den Bund langfristig gesichert sei, habe der damalige Minister Reinhard Meyer am 4. Januar 2016 verbindlich Grünes Licht für Hein Schönberg gegeben. Dazu Kai Bellstedt: „Inzwischen gibt es einen neuen Minister und eine Hängepartie. Erst wurden gestiegene Kosten ins Feld geführt, um das Projekt zu beenden. Das scheiterte aber am breiten Widerstand aus der Region und im Landtag.“

Jetzt halten personelle Engpässe bei der Fachbehörde und neue Prioritäten für die Verzögerung her

Jetzt seien es personelle Engpässe bei der Fachbehörde und neue Prioritäten, die dafür herhalten müssten, damit Hein Schönberg erneut aufs Abstellgleis geschoben wird. Bellstedt: „Das ist nicht nur enttäuschend, das werden wir auch nicht akzeptieren.“ Ohne das Planfeststellungsverfahren, wofür diese Behörde zuständig sei, gehe gar nichts.

Dass für die geplanten S-Bahnstrecken und das Fehmarnbeltprojekt Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden müssen, ist doch keine neue Erkenntnis Lutz Schlünsen, SPD-Kreistagsabgeordneter


Das sieht auch der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Plöner Kreistags Lutz Schlünsen (SPD) so: „Dass für die geplanten S-Bahnstrecken und das Fehmarnbeltprojekt Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden müssen, ist doch keine neue Erkenntnis. Das Gleiche gilt für Hein Schönberg. Alle diese Projekte haben eine lange Geschichte. Da muss man rechtzeitig die notwendigen personellen Weichen stellen in der zuständigen Fachbehörde. Das ist Sache des Ministers,“ so Schlünsen.
 

Aktueller Minister sollte sich zum Lokführer für Hein Schönberg entwickeln


Einer, der schon seit Ende der 1990er Jahre für Hein Schönberg kämpft ist der ehemalige langjährige Schönberger Bürgermeister Wilfried Zurstraßen (SPD), der ebenfalls Mitglied im Wirtschaftsausschuss ist. Zurstraßen: „Dass Schönberg die Eisenbahn bekam, ist dem preußischen Eisenbahnminister Carlo von Thielen und seinem Kleinbahngesetz von 1892 zu verdanken. Seitdem hängt viel vom jeweiligen Minister ab, was mit der Bahn passiert." Deshalb sollte sich der aktuelle Minister dem Wegbereiter Carl von Thielen zum Vorbild nehmen und ebenfalls zum Lokführer werden, nicht nur bei den S-Bahnen, sondern mit gleicher Priorität bei Hein Schönberg.

Für ein Projekt wie die Reaktivierung von Hein Schönberg ist ein Planfeststellungsverfahren nötig Werner Kalinka, CDU-Landtagsabgeordneter und Kreistagsabgeordneter
 

„Für ein Projekt wie die Reaktivierung von Hein Schönberg ist ein Planfeststellungsverfahren nötig“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreistagsabgeordnete Werner Kalinka. Leider hätten SPD/Grüne und FWG am 14. November 2013 im Kreistag einen entsprechenden CDU-Antrag abgelehnt. Und die SPD-geführte Landesregierung habe danach dann Jahre gebraucht, um zu dem Ergebnis zu kommen, was ohnehin klar gewesen sei. Kalinka: „Abwägungen z.B. zum Lärmschutz und zu Eingriffen in die Natur gelten auch zwischen Kiel und Schönberg.“

Die SPD war beim Planfeststellungsverfahren nicht Motor, sondern Bremser Werner Kalinka, CDU-Kreistagsabgeordneter
 

Jetzt seitens SPD-Politiker mit lauten Worten zu kommen, wo es nach dem Investitionsstau früherer Jahre zu weiteren Verzögerungen von Vorhaben wie bei Hein Schönberg komme, weil  viele Projekte in Schleswig-Holstein bearbeitet werden müssten aber auch das Planungsrecht sehr kompliziert sei, sei wenig glaubwürdig. „Die SPD war beim Planfeststellungsverfahren nicht Motor, sondern Bremser“, so Kalinka. 

Weitere Ausbaumaßnahmen sollen auf der Bahnstrecke im Bereich Kiel - Preetz geschehen

Dass es nicht nur um die Strecke zwischen Kiel und Schönberg gehe, sei auch der SPD seit Monaten bekannt. Weitere Ausbaumaßnahmen sollen auf der Bahnstrecke im Bereich Kiel - Preetz geschehen. Von besonderer Bedeutung seien drei weiteren geplanten Haltepunkte in Schwentinental Ostseepark, Preetz Krankenhaus und Preetz Nord. Für Dezember 2022 war die Inbetriebnahme einer neuen Regionalbahn geplant.

Die Prüfung des Amtes für Planfeststellung (APV) habe ergeben, dass für die Auslegungsreife weitere Arbeiten nötig seien. Dies und die Bearbeitung großer Vorhaben in Schleswig-Holstein führe dazu, dass der Zeitpunkt Dezember 2022 der Inbetriebnahme nicht mehr zu halten sei.

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