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Kreis Ostholstein : Kabelhorst: Ehefrau soll 58-Jährigen erstochen haben

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Sie setzte den Notruf ab, nun wurde sie verhaftet. Spuren deuten daraufhin, dass die Frau ihren Mann ermordet hat.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 15:10 Uhr

Lübeck | Fünf Tage nach dem Mord an einem 58 Jahre alten Familienvater in Kabelhorst im Kreis Ostholstein hat das Amtsgericht Lübeck Haftbefehl gegen die Ehefrau erlassen. Sie stehe in dringendem Verdacht, ihren Ehemann im Schlaf erstochen zu haben, sagte am Dienstag der Pressesprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ralf-Peter Anders. Das ergebe sich unter anderem aus den Spuren am Tatort. Angaben zu einem möglichen Tatmotiv machte er nicht.

„Um 6.30 Uhr klingelte seine Ehefrau bei mir, schrie und weinte“, berichtet Nachbarin Renate Ritter (70). Immer wieder habe sie gerufen: „Mein Mann ist tot, mein Mann ist tot!“ Und aus dem rot geklinkerten Haus des Paares sei zu hören gewesen, wie die beiden Söhne, drei und fünf Jahre alt, nach Mama und Papa schrien. Die Nachbarin bricht bei der Erinnerung daran in Tränen aus. „Bevor ich den Notruf wählen konnte, kam auch schon der Rettungswagen.“ Nach Polizeiangaben rief die Ehefrau die Rettungskräfte.

Die Lübecker Mordkommission ermittelt in dem Tötungsdelikt, das die ländliche Idylle in dem kleinen Dorf Kabelhorst tief erschüttert. Der Familienvater lag Donnerstagmorgen tot in seinem Haus. Die Obduktion ergab, dass das Opfer aufgrund multipler Stichverletzungen verblutet ist. Dies teilte die Polizeidirektion Lübeck am Freitag mit. Die 43-Jährige hatte am Morgen des 22. Oktober selbst die Polizei gerufen und mitgeteilt, dass ihr Mann tot im Haus liege. „Auffällig war unter anderem, dass es keinerlei Einbruchspuren am Haus gab“, sagte Anders. Auch die widersprüchlichen Aussagen der Frau hätten den Verdacht bestärkt, dass sie ihren Mann getötet habe. „Die Tatsache, dass das Opfer im Schlaf erstochen wurde, erfüllt den Tatbestand der Heimtücke. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes beantragt.“

In Kabelhorst ist die Erschütterung an jeder Ecke spürbar. Der Getötete war bei allen beliebt. Als Jean Claude T. (58) vor ein paar Jahren aus Afrika kam und das Häuschen in Kabelhorst kaufte, haben die Menschen in der ostholsteinischen Provinz den dunkelhäutigen Mann sofort ins Herz geschlossen. Das Opfer stammt aus dem westafrikanischen Benin, war aber deutscher Staatsbürger. Er arbeitete in der Küche des Gosch-Hotels im nahen Grömitz. Von 9 bis 22.30 Uhr, wie die Kabelhorster erzählen.

Irgendwann war Jean Claude T. dann nicht mehr alleine, Eunice W. zog bei ihm ein. Sie kam aus Kamerun oder von der Insel Mauritius, ganz einig sind sich die Nachbarn da nicht. Die beiden Söhne erblickten das Licht der Welt, und die Bindungen in der Nachbarschaft wurden noch enger, weil nun die Kinder miteinander spielten. „Seine Söhne waren sein Hobby“, erzählt Dorit Evers (54). „Er war so ein liebenswerter Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, wer ihm etwa antun wollte.“

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