Junges Trio von hohem Niveau im Rahmen des SHMF in Plön zu Gast

Strahlende Musiker nach einem gelungenen Konzert: (v.  li.) Erik Schumann, Anna Vinnitskaya und Leonard Elschenbroich.
Strahlende Musiker nach einem gelungenen Konzert: (v. li.) Erik Schumann, Anna Vinnitskaya und Leonard Elschenbroich.

von
10. Juli 2018, 11:57 Uhr

Auch wenn sie sich seit vielen Jahren kennen, spielen sie in dieser Zusammensetzung als Trio bisher nur in Plön; sonst sind sie in anderen Orchestern, als Kammermusiker oder Solisten engagiert. Die Pianistin Anna Vinnitskaya, der Violinist Erik Schumann und der Cellist Leonard Elschenbroich – jeder von ihnen mehrfacher Preisträger – waren kürzlich in der Nikolaikirche zum dritten Mal im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) zu Gast.

Eigentlich war das Konzert für den vergangenen Sonnabend geplant. Doch weil unerwartet zeitgleich das Bike-Weekend in Plön stattfand, was auf dem Marktplatz sehr viel Lärm verursachte, musste umdisponiert werden. Was für ein Glück, dass offenbar die meisten in der Lage waren, den neuen Termin wahrzunehmen; sie hätten sonst ein sehr besonderes Konzert versäumen müssen.

Auf dem Programm standen Klaviertrios von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann, der dieses Jahr im Mittelpunkt des SHMF steht, sowie vier ernste Gesänge nach biblischen Texten von Johannes Brahms, ursprünglich für Gesang und Klavier komponiert, hier aber umgeschrieben für Klavier und Cello und so andächtig und hingebungsvoll von letzterem „gesungen“, als wäre das Instrument die Stimme des Cellisten.

Die drei jungen Künstler, die sich seit vielen Jahren kennen, beeindruckten durch ihr Können und ihr Zusammenspiel und, ohne dabei ihre jeweils individuelle Note im geringsten zu verlieren, wuchsen sie im Verlauf des Abends immer mehr wie zu einem Instrument zusammen. Das ist auch der – zwar im Hintergrund sitzenden – doch ungeheuer präsenten Pianistin, die auch Professorin an der Hamburger Musikhochschule ist, zu verdanken. Sie lässt ihr Instrument temperamentvoll, vehement, zärtlich und ungeheuer virtuos in allen Facetten zum Ausdruck kommen und ist dabei immer im Kontakt zu ihren Mitspielern, besonders zu Erik Schumann. Dessen intensives Spiel und seine angenehm zurückhaltende Gestik geben der Innigkeit seiner Musik umso mehr Raum. Da beginnt man plötzlich von innen zu lächeln.

Beim Scherzo von Mendelssohn schließlich verdient das Trio eigentlich ein „Bravo“, so witzig, frech und mitreißend interpretieren die Drei den Satz. Vorerst aber hört man nur viele kleine Lacher, nachdem der letzte Ton dieses Stücks verklungen ist. Das „Bravo“ hat sich das Publikum für den Schlussapplaus aufbewahrt, den es reichlich spendet.

Was für eine gute Idee, das Klaviertrio beinahe an das Ende des Konzerts zu setzen. Denn die Freude, die es vermittelt, nimmt die Zuhörerschaft gern mit. Als Zugabe gab es noch ein Andante von Brahms wie ein kleines Lied zur guten Nacht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen