zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 02:12 Uhr

Jugendzentrum feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Haus der Jugend damals und heute: Probleme und Bedürfnisse der Besucher haben sich verändert / Kuchenanschnitt ab 16 Uhr

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 10:28 Uhr

Das „Jetten“, wie das Jugendzentrum von seinen Besuchern genannt wird, feiert heute sein 35-jähriges Bestehen. Mit einer traditionellen Buttercreme-Torte – gebacken von der Leiterin Johanna Wester – wird die Geburtstagsparty ab 16 Uhr eröffnet. Wester: „Willkommen ist bei uns jeder. Wenn wir Geburtstag feiern, ist das immer ein Treffen von ehemaligen und aktuellen Besuchern.“

Die Partys seien mittlerweile ruhiger geworden und nur noch auf einen Nachmittag oder Abend begrenzt. Vorbei ist die Zeit, in der es ein ganzes Geburtstagswochenende gab – mit Konzerten am Freitagabend, bei denen 100 Menschen sich gedrängt wie die Ölsardinen im Takt mit der Musik bewegten. Wester: „Da werden wir von einigen heute belächelt, aber das entspricht nicht mehr dem Wunsch der heutigen Besucher.“ Es soll ein Fest von und mit Jugendlichen sein. Und die Jugend habe sich, verglichen mit der Geburtsstunde des Hauses, verändert.

Ein Blick zurück: „Wir müssen uns doch um die Jugendlichen kümmern“, lautete damals – Ende der Siebziger – die einhellige Meinung, um die in der alten Jugendherberge herumlungernden Kids woanders „unterzukriegen“, weiß Johanna Wester aus Erzählungen. Das heutige Haus der Jugend – damals Sozialamt – stand innenstadtnah zur Verfügung. Eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen machte sich an die Renovierung: Sie kratzten Tapeten ab, malerten Wände und richteten sich mit „Uralt-Sofas“ ein, wie unsere Zeitung zur Eröffnung am 7. Februar 1980 berichtete. Rund 70  000 DM hatte sich die Stadt damals die Renovierung und Sanitärausstattung der gemieteten Räume kosten lassen. „Der noch nach Provisorium riechende Zustand soll jedoch so nicht bleiben“, hieß es damals. Dieter Holst, seinerzeit Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt, sagte zur Eröffnung, wenn sich die Jugendarbeit bewähre, könne auch über eine Neuplanung des Jugendzentrums nachgedacht werden. Doch Johanna Wester ist froh, dass sie immer noch an der Lübecker Straße ihre Bleibe haben: „Die Lage ist super zentral und die Jugendlichen können uns gut erreichen.“

Was hat sich geändert in 35 Jahren Jugendarbeit? Wester: „Wir müssen heute wesentlich spontaner auf das reagieren, was Jugendliche wollen und das machen wir auch.“ Ein Monatsplan wie einst werde den Bedürfnissen heute nicht mehr gerecht. zu sprunghaft sind die Wünsche der Jugendlichen. Vertraute und Gesprächspartner mit offenen Ohren würden heute wie damals im Haus der Jugend gebraucht. Nur die Probleme haben sich verschoben – wie das meiste – in Richtung neue Medien. Auch ist das Haus nicht mehr nur für Jugendliche, sondern auch junge Mütter und Senioren Anlaufpunkt, beispielsweise in Computerfragen oder für ein gemütliches Frühstück. Wird die fehlende halbe Stelle bald besetzt, will sich das Team im Haus der Jugend auch gezielt um Flüchtlingsfragen und Begegnungsmöglichkeiten kümmern.

Über das Highlight zum 35. Geburtstag freut sich Johanna Wester besonders: „Zum 15. Jahrestag hat das Haus Computer bekommen, zum 18. durften wir ans Netz und jetzt eröffnen wir offiziell unser W-Lan.“ Dennis Neumann, Mitarbeiter im Haus: „So können wir an den Jugendlichen dranbleiben und auch in Kontakt treten, wenn sie hier mit ihren Handys und Tablets sitzen.“ Denn um ins Netz zu kommen, benötigt jeder ein regelmäßig wechselndes Passwort. Das gibt’s allerdings nur gegen eine Unterschrift, dass die Regeln der Netz-Nutzung im Haus der Jugend akzeptiert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen