Kreisjugendfeuerwehrversammlung : Jugendwehr setzt auf Zukunft

Die Leistungsspange  in Silber der Jugendfeuerwehren erhielt Kasseedorfs Jugendwart Siegfried Quickert - hier in  Mitten der Mitglieder 'seiner' Wehr. Foto: Mark Dobkowitz
Die Leistungsspange in Silber der Jugendfeuerwehren erhielt Kasseedorfs Jugendwart Siegfried Quickert - hier in Mitten der Mitglieder "seiner" Wehr. Foto: Mark Dobkowitz

Die Jugendfeuerwehren im Kreis Ostholstein haben sich im Vergleich zu den aktiven Wehren im vergangenen Jahr positiv entwickelt.

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31. Januar 2011, 10:56 Uhr

Griebel | Kreisjugendwart Hartmut Junge freute sich am Sonnabend in Griebel über 39 Übertritte in die aktiven Ortwehren. Vor dem Hintergrund von 79 Austritten aus den Reihen der Aktiven hob Kreiswehrführer Ralf Thomsen die Bedeutung der Nachwuchsarbeit hervor: "Wir brauchen jeden gut ausgebildeten Mann in der Wehr."

Landesjugendwart Hauke Ohland sah mit Blick auf die Kürzungen im Landeshaushalt das Erfolg versprechende Nachwuchsförderungsprojekt "112 Prozent Zukunft" jedoch gefährdet. Im jüngst verabschiedeten Doppelhaushalt wurden der Jugendfeuerwehr sämtliche freie Projektmittel gestrichen. Eine Fortsetzung der Aktion, in die seit 2004 rund 200 000 Euro geflossen sind, sei somit nur durch Mittelumleitung oder mit Hilfe von Sponsoren möglich. Das Thema soll jetzt in den politischen Fokus gerückt werden. "Mit 20 000 Euro pro Jahr könnten wir problemlos weitermachen." In Mecklenburg-Vorpommern würden allein in einem Jahr 900 000 Euro in Nachwuchsarbeit investiert.

Die Wichtigkeit des Feuerwehrnachwuchses speziell für ländliche Gemeinden betonten Kreispräsident Joachim Wegener und Kasseedorfs Bürgermeister Niels Schwarz. Den Jugendfeuerwehren attestierte Schwarz größte Kompetenz bei der Vermittlung des örtlichen Gemeinschaftsgefühls. Wegener sah in ihnen die Wiege für Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und technisches Verständnis.

Der Kreispräsident rügte die fehlende Bereitschaft zur Freistellung von Feuerwehrleuten durch Arbeitgeber. "Bei allem Verständnis für den Betrieb darf es nicht dazu führen, dass Auszubildende ihre Mitgliedschaft in der Feuerwehr verheimlichen."

Hartmut Junge berichtete, dass in der feuerwehrtechnischen Ausbildung und allgemeinen Jugendarbeit über 10 300 ehrenamtliche Stunden geleistet wurden. Hinzu kommen rund 14 500 Stunden für die Ausbildung der Jugendwarte und die Arbeit des Kreisjugendausschusses. Zusammen entspreche das der Jahresarbeitszeit von zwölf Vollzeitkräften.

Mit aktuell 804 Mädchen und Jungen ging die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren gegenüber dem Vorjahr nur um neun zurück. Bei den kleinen Jugendwehren entwickeln sich die Zahlen positiv. In Bosau und Schönwalde sind sie jeweils um fünf Mitglieder gestiegen. Insgesamt 113 Jugendliche kehrten der Feuerwehr den Rücken. 43 gaben an "keine Lust" mehr zu haben. Andere Interessen gaben 30 Ehemalige als Grund für den Austritt an. Im Gegensatz zum Vorjahr mit 196 Eintritten fanden 2010 nur noch 138 Jugendliche den Weg zur Feuerwehr.

Als Nachfolger für den Neustädter Marvin Hamer wählten die 76 Delegierten Kay Meurer zum Kreisjugendgruppenleiter. Der 17-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr für das Stellvertreteramt kandidiert. Corwin Rudnick (15) aus Rensefeld wählte die Versammlung für den Sereetzer Sascha Mau zu Meurers Stellvertreter. Die Wahlen waren durch den Übertritt der bisherigen Amtsinhaber in die aktive Wehr erforderlich geworden.

Eine Ehrung für über 15 Jahre Einsatz für die Jugendfeuerwehr erfuhr Kasseedorfs Jugendwart Siegfried Quickert. Der Sagauer erhielt aus den Händen von Hauke Ohland die Leistungsspange in Silber der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehren.

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