zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 05:55 Uhr

Jugendliche sollen mitreden können

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gremium oder eigener Ausschuss? CDU und Grüne wollen im Schulausschuss über neue Formen der Jugendbeteiligung sprechen

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 04:04 Uhr

Mehr als ein halbes Jahr passierte nichts, nach dem gescheiterten CDU-Antrag von Malte Kuhr, der ein Jugendparlament ins Leben rufen wollte. Doch Montagabend befassten sich gleich zwei Fraktionen mit mehr politischer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Eutin.

Die Grünen wollen einem Antrag zufolge dafür zwei Mal im Jahr die Mitglieder des Schulausschusses als Jugendausschuss tagen lassen, die CDU nach einem Vorschlag ein ganz eigenes Jugendgremium gründen, das häufiger zusammen kommt.

Die Idee der Grünen erklärt Antragstellerin Christian Balzer: „Im Gegensatz zum normalen Ausschuss soll es bei den Themen, die die Jugendlichen und Kinder interessieren wirklich zu einer Diskussion zwischen Politik und anwesender Jugend kommen.“ Sonst haben Anwesende nur in der Einwohnerfragestunde die Möglichkeit, zu Wort zu kommen, diese Regel soll abgeändert werden.

Um zu wissen, welche Themen überhaupt für die Kinder und Jugendlichen interessant sind, soll die Verwaltung im Vorfeld von der Kita über Schulen bis hin zu Organisationen wie dem Kinderschutzbund oder der Jugendfeuerwehr interessante Themen einholen. Jugendliche sollen sich auch bei einem noch zu bestimmenden Ansprechpartner melden können. „Es muss sich jemand bei der Stadt dafür verantwortlich fühlen, damit das klappen kann“, sagt Balzer. Die Vor- und Nachbereitung sei aufwendig aber lohnenswert. Entscheidungen, die im Jugendausschuss von den Politikern getroffen werden, sollen dann – je nach Zuständigkeit – in andere Ausschüsse weitergereicht werden. Darüber sollen die Jugendlichen dann aber informiert werden.

„Wir wollen die Jugendlichen nicht immer nur projektbezogen fragen“, sagt Balzer. Bisher seien die Grünen mit ihren Anträgen zur Jugendbeteiligung außerdem oft gescheitert, doch das Recht der politischen Teilhabe stehe jungen Menschen laut der schleswig-holsteinischen Kommunalverfassung zu, so Balzer. Sie wolle deshalb bei den Kleinsten, den Kindergartenkindern anfangen udn auch Kinder und Jugendliche mit Handicaps einbeziehen.

Zur Erinnerung: Malte Kuhr (CDU) hatte das Thema der Jugendbeteiligung im Oktober 2015 zur Abstimmung in den Schulausschuss gegeben. Sein Antrag für ein Jugendparlament scheiterte, weil die Fraktionen zwar die Notwendigkeit der Jugendbeteiligung erkannten, aber nur Negativbeispiele zu berichten wussten. Erst die Nachfrage einer Schülerin, die beim Projekt „Kommunalpolitik im Geschichtsunterrricht“ aktiv ist, rief in der jüngsten Stadtvertretersitzung das Thema wieder auf den Plan. Alle Fraktionen sprachen sich generell für die Beteiligung der jungen Eutiner aus, doch mehr passierte bisher nicht.

„Ich freue mich, dass sich auch die Grünen für mehr Jugendbeteiligung einsetzen wollen“, sagt Kuhr auf Nachfrage gestern. „Wir leisten uns Senioren- und Behindertenbeauftragte, haben sogar einen Mobilitätsbeirat,. Da ist aus Sicht der CDU ein Jugendbeirat längst überfällig.“ Der Vorschlag, den die CDU auf einer Fraktionssitzung bereits ausgearbeitet hatte, beschreibt er wie folgt: „Jede Fraktion entsendet in das Jugendgremium ein Mitglied, jede Schule aus ihrer Altersstufe ab 14 Jahre einen Vertreter und die Schülervertretung und Verwaltung wollen wir auch mit im Boot haben.“ Die Treffen sollen etwa vier Mal im Jahr stattfinden – bei Bedarf auch häufiger. Den Vorschlag der Grünen halte er seitens der Verwaltung für zu aufwendig.

Wie die Diskussion verläuft und ob die Mehrheit gewillt ist, einem der Anträge zu folgen, wird sich in der Ausschusssitzung am 17. Mai ab 18 Uhr zeigen.













zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen