Steine auf Dienstgebäude : Jugendliche greifen Preetzer Polizeirevier und Beamte an

Als der Betrunkene mit seiner Familie in Wismar losfuhr, alarmierte ein Mitarbeiter des Wonnemars die Polizei.
Die Preetzer Polizei hat das Streifen-Personal aufgestockt.

Zuletzt schien das Gewaltpotenzial in der Stadt wieder zu sinken. Jetzt verschärft die Polizei erneut die Kontrollen.

shz.de von
12. April 2018, 12:03 Uhr

Preetz | Die Lage in Preetz hatte sich gerade erst entspannt, jetzt gerät die Kleinstadt (Kreis Plön) wieder in die Schlagzeilen: In der Nacht zu Dienstag ist die Polizeistation von Jugendlichen angegriffen worden. Laut Informationen von KN-Online handele es sich um zwei 16-Jährige. Das teilte ein Polizeisprecher erst am Donnerstag mit. Die Tatverdächtigen sollen Steine auf das Preetzer Dienstgebäude geworfen haben. Darüber hinaus seien auch zwei Polizisten Ziel des Angriffs gewesen.

In der Nacht von Montag auf Dienstag warfen Jugendliche mehrere Steine auf die Polizeistation Preetz und in Richtung zweier Polizeibeamte, die vor die Wache getreten waren. Die Steine verfehlten die Beamten nur knapp.

Zuvor hatten die Beamten die Personalien einer kleinen Gruppe junger Männer auf dem Marktplatz in Preetz festgestellt, da diese dort auf Grund einer Ruhestörung und der Beschädigung mehrere Pappaufsteller aufgefallen waren. Eine Person wurde dem Gewahrsam in Kiel zugeführt, da der polizeiliche Platzverweis beharrlich missachtet wurde. Einen Jugendlichen nahmen die Beamten mit zur Polizeistation Preetz, um ihn einem Erziehungsberechtigten zu übergeben.

Gegen 23.00 Uhr kam es zu Steinwürfen auf die Station. Als eine Beamtin und ein Beamter aus dem Gebäude traten, flogen Steine, die von mehreren Personen geworfen wurden, in ihre Richtung. Die Steinewerfer ergriffen dann die Flucht.

Zwei Tatverdächtigen konnten kurz darauf mit Unterstützung mehrerer Funkstreifenwagenbesatzungen festgenommen werden. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Im Rahmen der eng mit der Staatsanwaltschaft Kiel abgestimmten Ermittlungen, fanden am Mittwochmorgen weitere strafprozessuale Maßnahmen statt.

Bei der Verfolgung eines flüchtigen Tatverdächtigen gab ein Beamter einen sogenannten Signalschuss in die Luft ab. Ein solcher Signalschuss dient der Standortermittlung eines Beamten, der keine andere Möglichkeit hat, seinen Standort an seine miteingesetzten Kollegen zu melden. Zum Zeitpunkt der Schussabgabe hatte der Beamte den Flüchtigen aus den Augen verloren.

Kurze Zeit nach dem Vorfall konnte die Polizei die Tatverdächtigen ausfindig machen. Nach Polizeiangaben stehen die Personalien fest, daher beschäftigt sich nun die Staatsanwaltschaft mit dem Fall.

Der Vorfall bleibt nicht folgenlos. Als Reaktion auf den Angriff, wurde laut Polizeiangaben das Personal für die Streifen in der Stadt aufgestockt. Außerdem werde erneut darüber diskutiert, Preetz teilweise wieder als „gefährlichen Ort“ zu betiteln. Wenn die Polizei einen Ort als gefährlich einstuft, darf sie laut Landesverwaltungsgesetz ohne Anfangsverdacht einer Straftat oder einer konkreten Gefahrenlage vorbeugend Menschen anhalten, sie durchsuchen und Personalien feststellen. Erst Ende März war der Status aufgehoben worden.

Vor allem Jugendliche und Heranwachsende sorgen seit längerem in Preetz für ein zunehmendes Gewaltpotenzial. Im Fokus steht der Marktplatz und dessen näheres Umfeld. Das Gebiet war im Mai 2017 deshalb zum sogenannten gefährlichen Ort eingestuft worden. Die Maßnahme sollte ursprünglich bis Oktober 2017 gelten. Da es im Herbst aber zu erheblichen Auseinandersetzungen in der Innenstadt und am Marktplatz kam, wurde sie bis zum 26. März verlängert.

Umfangreiche polizeiliche Kontrollmaßnahmen und Ermittlungen hatten anschließend dafür gesorgt, die Situation in der Innenstadt zu beruhigen und Straftäter zu ermitteln. Deswegen war Preetz seit Ende März nicht mehr als „gefährlicher Ort“ eingestuft gewesen. Dafür hätten auch sehr zeitnahe staatsanwaltschaftliche und gerichtliche Maßnahmen sowie Sanktionen gesorgt, wie Michael Martins, Leiter des Polizeireviers Plön, zur Aufhebung des Status vor gut zwei Wochen mitteilte.

Zuletzt war die Innenstadt von Flensburg nach Auseinandersetzungen und Massenschlägereien von Jugendbanden dem Rechtsbegriff „gefährlicher Ort“ versehen worden.

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