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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 15:25 Uhr

Plön : Jugendamt hilft jungen Straftätern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine 43-jährige Mutter aus dem Kreis Plön berichtet, wie das Jugendamt ihrem heute 17-jährigen Sohn bei Drogenproblemen hilft.

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Plön | Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Doch leider kommen manche Kinder und Jugendliche auf die schiefe Bahn. Für diesen Fall stehen das Jugendamt und die Jugendgerichtshilfe mit ihrem Netzwerk den jungen Strafmündigen ab 14 Jahren wie auch den Angehörigen hilfreich zur Seite.

„Ohne diese Hilfe wären wir definitiv nicht dort, wo wir heute schon sind“, betont eine 43-jährige Mutter aus dem Kreis Plön, deren Name anonym bleiben soll. „Dieses Angebot ist in jeder Hinsicht eine große Hilfe und man sollte es mit vollen Händen nutzen“, rät sie allen Betroffenen und will Mut machen, sich an die betreffenden Behörden zu wenden.

Denn als sie die ersten „gelben Briefe“ vom Gericht erhielt, habe sie keine Ahnung gehabt, was zu tun war, geschweige denn, welche Möglichkeiten sie und ihr Sohn haben. „Wir waren von heute auf morgen in eine Situation geraten, die nicht greifbar war“, erzählt die Alleinerziehende.

Der heute 17-Jährige stand Anfang des Jahres wegen Drogenbesitzes- und Handels vor dem Jugendrichter, der neben 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit, regelmäßige Drogenkontrollen durch Urinproben und eine stationäre Drogentherapie zur Auflage machte. Die Therapie nutzt der Jugendliche seit einigen Monaten und möchte dort zugleich seinen Schulabschluss nachholen. Die Maßnahme scheint zu greifen, meint seine Mutter: „Er nimmt sich jetzt ernst.“

Ab dem ersten Kontakt mit Jugendgerichtshelfer Kay Poetzke habe es eine gute Beratung, einen engen Kontakt, immer ein offenes Ohr und auch emotionale Begleitung gegeben, führt die 43-Jährige weiter aus. Sie und ihr Sohn seien nicht nur bei allen Fragen begleitet worden, sondern auch bei der Besichtigung des Therapieplatzes in Hamburg.

„Die Jugendgerichtshilfe ist sozusagen ein Pannenhelfer“, klärt Axel Krüger, stellvertretender Jugendamtsleiter des Kreises Plön, auf. Jugendliche würden sich ausprobieren und auch Fehler machen. „Wer das nicht macht, der ist als Greis zur Welt gekommen“, betont Krüger. Gemeinsam mit den jungen Straftätern, den Angehörigen sowie Mitarbeitern des Jugendamtes und der Jugendgerichtshilfe werde angestrebt, diese „Panne“ auszugleichen.

Neben Gesprächen mit den Betroffenen und deren Familien, in denen unter anderem die kommenden Schritte eines Rechtsverfahrens erklärt werden, gebe es zudem eine Entspannung durch das Jugendgerichtsgesetz, so Kay Poetzke. Es sei bewusst ein Gesetz mit pädagogischem Hintergrund. Außerdem machen die Jugendgerichtshelfer den Jugendrichtern sinnvolle Urteilsvorschläge und begleiten die Betroffenen auch beim Gerichtsverfahren.

„Jugendgerichtshelfer sind Berater der Straftäter und deren Familien“, sagt der Jugendrichter Dr. Karl Janßen. Sie seien sehr gut vernetzt, um zielorientierte Maßnahmen vorzuschlagen. Außerdem seien sie ausführendes Organ zur Umsetzung der Auflagen. „Diese enge Zusammenarbeit ist ganz wichtig“, sagt Janßen.

Im vergangenen Jahr seien im Kreis Plön 523 Straftaten von strafmündigen Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren registriert worden, führt Kay Poetzke weiter aus. Die meisten Delikte seien in den Bereichen Körperverletzung, Sachbeschädigung – meistens unter Alkohol- und Drogeneinfluss – und Diebstahl erfolgt. Dabei halte sich die Herkunft der jungen Täter, ob sie aus einem Haushalt mit zwei oder einem Elternteil stammen, mit 50 zu 50 Prozent die Waage.

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