Plön : Jürgen Schäffner neuer Chef der Stadtwerke

Jürgen Schäffner (55) ist seit Jahresbeginn neuer Vorstand der Plöner Stadtwerke AÖR und Geschäftsführer der Stadtwerke Versorgungs-GmbH.
Jürgen Schäffner (55) ist seit Jahresbeginn neuer Vorstand der Plöner Stadtwerke AÖR und Geschäftsführer der Stadtwerke Versorgungs-GmbH.

Nachfolger von Ingo Eitelbach an der Spitze der Plöner Stadtwerke.

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28. Januar 2020, 16:29 Uhr

Plön | Mit neuen Ideen für die Stadt startet Jürgen Schäffner in seine Aufgabe: Der 55-jährige gebürtige Mannheimer ist seit 1. Januar neuer Vorstand der Plöner Stadtwerke AÖR (Wasser, Entsorgung, Baubetriebshof) und neben Alexander Baumgärtner (Eutin) Geschäftsführer der Stadtwerke Versorgungs-GmbH (Gas, Strom, Breitband). Eutin ist an der GmbH zu 30 Prozent beteiligt.

Bürgermeister Lars Winter und Gerd Weber, Vorsitzender des Verwaltungsrats, stellten den Nachfolger von Ingo Eitelbach vor. Der war als kaufmännischer Leiter zu den Stadtwerken nach Neustadt gewechselt.

Schäffner kam 2014 von Ulm nach Lübeck

Schäffner studierte Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Energiewirtschaft, arbeitete zehn Jahre bei AEG und betreute Kläranlagen und Wasserwerke von Kommunen, war fünf Jahre Leiter der Stadtwerke Hockenheim, ging 2003 nach Ulm zu den Stadtwerken Neu-Ulm und wurde 2014 Geschäftsführer einer Doppelspitze der Stadtwerke Lübeck. Dort wohne er weiterhin mit seiner Lebensgefährtin, erklärte der Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Für den Posten in Plön habe es laut Weber über 90 Bewerber gegeben, zehn seien eingeladen worden.

Nicht jahrelang planen, sondern auch probieren, kleine Schritte schnell umsetzen, die lassen sich stoppen, falls es nicht funktioniert.

„Nicht jahrelang planen, sondern auch probieren, kleine Schritte schnell umsetzen, die lassen sich stoppen, falls es nicht funktioniert“: Schäffner hat sich die Entwicklung der Region auf die Fahne geschrieben. Dazu zählt für ihn der zukunftsfähige Ausbau der Kläranlage mit ökologisch-regenerativen Techniken wie einer Reinigungsstufe auf Algenbasis, die auch Wärme produziert und wie berichtet bald in die Erprobung gehen soll. Das Projekt einer gemeinsamen Abwasserentsorgung mit Preetz war nach Winters Worten aufgrund einer Machbarkeitsstudie aufgegeben worden.

Egal, wo es gestanden hätte, wären Pumpenleistungen vonnöten gewesen, die zu hohe Abwasserpreise bedeutet hätten. Schäffner will neue Geschäftsfelder ausloten und „Lösungsanbieter“ für die Kunden sein. Dazu gehören für ihn sogenannte Contractingmodelle zur Wärmeversorgung von privaten Haushalten und Gewerbebetrieben. Dabei investieren die Stadtwerke in die Anlagen und holen sich das Geld über den Wärmepreis zurück. Instandhaltung und Wartung sind inbegriffen. Gängiges Geschäftsmodell und bundesweit am Markt sei auch der Betrieb von Photovoltaikanlagen über die Stadtwerke.

Rekommunalisierung der Strom- und Gasnetze

Weiteres Thema für Schäffner ist die Rekommunalisierung der Strom- und Gasnetze, die noch der SH Netz-AG gehören. Die Stadt hatte die Rechte an den Leitungen an die Stadtwerke gegeben, die SH Netz-AG focht das Verfahren an. Einen Rechtsstreit hätte man verlieren können, so Weber, doch aufgrund einer neuen Rechtslage werde man jetzt neu ausschreiben.

Daneben schreitet der Breitbandausbau voran. Stadtheide soll im zweiten Halbjahr 2020 angeschlossen sein, Kieler Kamp und Ölmühle Anfang 2021. Es folgt das Wasserturmgebiet. Im Angebot sind 100 Mbit, wer zusätzlich Strom- oder Gaskunde ist, erhalte 200 Mbit, versprach Winter.

Die Stadtwerke, Anstalt öffentlichen Rechts (AÖR), hat 35 Mitarbeiter und versorgt knapp 5000 Kundenhaushalte mit Wasser. Strom beziehen rund 2000 Kunden.

Eitelbachs Vertrag war nicht verlängert worden

Wie berichtet, war Eitelbachs Vertrag nicht verlängert worden. Laut Weber habe man mit dem Wechsel neue, frische Ideen und Gedanken in das Amt hineinbringen wollen. Schließlich bat Eitelbach um vorzeitige Auflösung des Vertrags, um seinen neuen Posten in Neustadt antreten zu können.

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