Malente : Jubiläumsjahr mit Europameister

Mitglieder der erfolgreichen Bogensparte weisen mit einem Transparent auf die Jubiläumsfeier ihres Vereins hin.
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Mitglieder der erfolgreichen Bogensparte weisen mit einem Transparent auf die Jubiläumsfeier ihres Vereins hin.

Der TSV Dörfergemeinschaft Holsteinische Schweiz ist auf Wachstumskurs – heute feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen. Sorgen macht aber der Sportplatz.

shz.de von
31. August 2018, 12:15 Uhr

Wer sich auf dem Gelände des TSV Dörfergemeinschaft Holsteinische Schweiz umschaut, ahnt nicht unbedingt etwas von der Erfolgsgeschichte, die hier geschrieben wird – sowohl sportlich als auch mit Blick auf die Entwicklung der Mitgliederschaft. Das Jubiläum will der Verein am Sonnabend, 1. September, von 10 Uhr an auf dem Sportplatz an der Grundschule Sieversdorf groß feiern – mit Festkommers, Attraktionen für Groß und Klein und abendlicher Musik im Festzelt. THW, Bundeswehr und Feuerwehr feiern mit.

In der jüngsten Zeit ist es vor allem die 1996 von Joachim Zühlke gegründete Bogensparte, die dem Verein deutschlandweit Ansehen verschafft hat. Erst im Frühjahr kamen mehr als 170 Sportler aus dem In- und Ausland in die Gemeinde, um am Jubiläums-Waldturnier der 3D-Bogenschützen teilzunehmen. Dabei verschaffte sich auch der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU) einen Eindruck von dem Ereignis.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2018 in Hohegeiß im Harz stellt der dörfliche Verein den größten Mannschaftskader aus ganz Deutschland. Und mit Philipp Zühlke (kleines Foto) hat der TSV Dörfergemeinschaft seit Juni gar einen Jugendeuropameister (U 16) bei den traditionellen Bogenschützen in seinen Reihen.

Trotz dieser Erfolge hat Christian Harms, der Helmut Schäfer 2011 nach über 25 Jahren an der Spitze des Vereins ablöste, eine große Sorge: das Vereinsgelände: „Seit Jahren wird der Zustand des Sportplatzes stetig schlechter“, klagt Harms. Und das, obwohl sich der Verein alle Mühe gebe, den Platz in Ordnung zu halten. „Allein in den vergangenen fünf Jahren haben wir rund 15 000 Euro in den Erhalt des Sportplatzes gesteckt“, hat der Vereinschef ausgerechnet. Ganz zu schweigen davon, dass der Verein mit den beiden Handballrasenfelder große Teile des Platzes einst selbst anlegte.

Weil die Bemühungen, wenigstens Strom und Wasser an den Platz zu bekommen, seit über 20 Jahren ins Leere laufen, entschloss sich der Verein 2016, sich um den Kauf des Platzes von der Gemeinde zu bemühen, um so eine Sanierung voranzutreiben. Doch auch das erweist sich als zähes Geschäft: „Das Ende der Verhandlungen ist immer noch völlig offen“, bedauert Harms.

Dem stetigen Wachstum taten die Schwierigkeiten indes keinen Abbruch. 425 Mitglieder in elf Sparten verzeichnet der Verein mittlerweile. Im Jahr 1974 waren es noch 162, im Jahr 1983 schon 262, im Jahr 2003 schon über 300 Mitglieder. Heute gehören dem Verein allein 125 Kinder und Jugendliche an, was zeigt, dass der TSV Dörfergemeinschaft etwas für die gesamte Familie zu bieten hat. Neben den beiden Bogensparten – traditionell und nach den Regeln des Weltverbands (WA) – gibt es auch Kinderturnen, Yoga, Aerobik, Handball, Volleyball, Alt-Herren-Fußball und Tischtennis. 2012 kam Zumba-Fitness hinzu, die jüngste Sparte heißt „Orientalischer Tanz“.

Hintergrund der Vereinsgründung 1968 war der Bau der Gemeinschaftschule Sieversdorf, die 1965 in Betrieb ging. „Weil damit die Grundschulen in Malkwitz, Benz und Neukirchen aufgelöst worden waren, gab es auch in den lokalen Sportvereinen kaum noch Aktivitäten“, weiß Harms. Da lag es nahe, die sportlichen Aktivitäten an der zur Grundschule gehörenden Sporthalle zu konzentrieren. Und so schlossen sich Grün-Weiß Malkwitz, der TSV Sieversdorf und der TSV Neukirchen zum TSV Dörfergemeinschaft zusammen. Eigenständig blieb nur der TSV Benz-Nüchel, auch weil der ursprünglich geplante Großfeldrasenplatz an der Grundschule nie realisiert wurde.

Abseits des Sportplatzes sorgte der TSV Dörfergemeinschaft mit der Veranstaltung den RSH-Partys im Malenter Kurpark für Aufsehen. Die erstmals 2001 stattfindende Veranstaltung des privaten Radiosenders zieht im darauffolgenden Jahr mehr als 3000 Gäste an. Doch nach der Kurpark-Sanierung sind solche Menschenmassen im Kurpark nicht mehr erwünscht. Anders sieht es am Sonnabend bei der Jubiläumsfeier aus. Ab 19.30 Uhr wird im Festzelt mit Live-Musik und DJ-Sounds gefeiert.

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