Etuin : Joja Wendts Rückkehr nach Eutin

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Der international renommierte Pianist tritt am 30. August bei den Eutiner Festspielen auf. Erste Auftritte hier hatte er vor 30 Jahren in der „Mühle“

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20. August 2014, 05:00 Uhr

Einst fetzte er für „den netten Helge Nickel“ Boogie-Woogie in der „Mühle“, jetzt tritt der Pianist Joja Wendt am 30. August mit seinem einzigen Solo-Konzert in Schleswig-Holstein auf der Freilichtbühne im Schlossgarten auf. Der musikalische Weltenbummler kommt den Eutiner Festspielen gerade recht, um ihre Offenheit für mitreißende Klangerlebnisse außerhalb von Oper und Operette zu demonstrieren.

Dafür bringt der Hamburger Klavier-Virtuose, vor kurzem ein halbes Jahrhundert alt geworden, beste Voraussetzungen mit. Seine Mutter stand als Sängerin im klassischen Repertoire auf der Bühne, er selbst sammelte Erfahrungen als Straßenmusiker, als Bluesmusiker in Clubs und Begleitbands von Inga Rumpf und Joe Cocker, studierte in Amsterdam und New York Jazzmusik – und entwickelte aus alledem mit den Jahren eine ganz eigene Programmmischung.

„Ein Konzert von Joja Wendt ist nicht einfach nur ein Konzert. Es ist ein Erlebnis, bei dem die Spielfreude und der Spaß auf der Bühne auf das Publikum überspringt und es mitreißt“, gibt Festspiele-Geschäftsführerin Tina Ziegler einen Ausblick auf den 30. August. Dann heißt es ab 20 Uhr auf der Reilichtbühne: „Mit 88 Tasten um die Welt… Die Reise geht weiter“.

Dieser Titel knüpft an die äußerst erfolgreiche Tournee an, die Joja Wendt nach einer Weltreise 2006 mit seiner Familie startete und die ihn in der Folge zum meistgehörten Pianisten der vergangenen fünf Jahre in Deutschland machte. Ob zum Jubiläum der Volksbank in Neustadt in der Schulaula oder beim „Classic Open Air“ auf dem Gendarmenmarkt in Eutin – Wendt zieht sein Publikum schnell in den Bann, serviert ihm Getragenes, Vertracktes und Eingängiges so gekonnt wie überraschend, ein Crossover von Klassik, Rock, Jazz, Weltmusik. Seine Auswahl und deren Besonderheiten erläutert der Pianist nicht nur versiert, sondern lässt sein Tastenspiel sowie die Fingerfertigkeiten seiner Mitstreiter Thomas Biller (Bass) und Christoph Buhse (Schlagzeug) live auf einem großen Bildschirm übertragen: „Ich zeige, was alles möglich ist auf dem Klavier.“

Seine Entscheidung, in Eutin aufzutreten und dies dem Musik Festival vorzuziehen, hat auch etwas mit alten Verbindungen zu Eutin zu tun. Denn der „Hamburger Jung“ verbrachte nicht nur seine Urlaube im nahen Pönitz am See, wo seine Eltern ein Ferienhaus haben, sondern bereitete sich Anfang 1990 auf die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule vor. Der Wochenmarkt ist ihm vertraut, auch Weber weiß er als Kurzzzeit-Eutiner einzuordnen. Ob er aber eine Melodie des Komponisten am 30. August spielen wird, wusste er noch nicht so recht. Lassen wir uns überraschen.


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