Jörg Stelter ist König in Bujendorf

Schützenkönig Jörg Stelter freute sich über die Glückwünsche.
Schützenkönig Jörg Stelter freute sich über die Glückwünsche.

Zelt statt Vereinsheim: Feierlaune trotz Großfeuer im Mai ungetrübt / Stelter setzte sich um 19.08 Uhr gegen seine vier Mitstreiter durch

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27. August 2018, 10:43 Uhr

Als es zum 103. Mal krachte, fiel der Vogel – oder das, was noch von ihm übrig geblieben war. Beim Schützenfest des Geselligen Vereins Bujendorf wurde am vergangenen Sonntag ein neuer König gekrönt.

Dem Königsschießen vorausgegangen waren das Schießen auf den „Kleinen Vogel“ am Samstag, bei dem der „Spaßkönig“ gekürt wurde, sowie am Sonntag der traditionelle Festumzug durch das Dorf in Begleitung der „Original Holsteiner“ und dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Süsel. Beim anschließenden Schießen auf Flügel, Hals und Schwanz des großen Vogels durften sich zunächst neben den Bujendorfer Schützen auch Gäste der befreundeten Schützengilden beteiligen. Ausgerechnet ein Gast war es auch, der mit einem Schuss Kopf, Hals, Schwanz und die obere Rumpfplatte des Vogels herunterholte und damit das eigentliche Königsschießen einläutete. Traditionell besteht die Zahl der Anwärter auf die Königswürde aus einer festen Runde von fünf Personen – wer König wird, scheidet aus und macht Platz für einen Nachrücker. Um die Königswürde schossen in diesem Jahr Albrecht Dudy, Michael Klemp, Klaus Knöpke sowie der „dienstälteste“ Schütze Peter Kramer, der bereits seit 1999 dabei ist. Für den amtierenden König Manfred Kalfier rückte Jörg Stelter nach. Alle Königsanwärter hatten ihre „Fanclubs“ mitgebracht, die ihren jeweiligen Favoriten lautstark anfeuerten. Diese revanchierten sich mit karnevalesken Einlagen, indem sie Süßigkeiten und kleine Flachmänner ins Publikum warfen.

Ausgerechnet Neuling Jörg Stelter war es, der um 19.08 Uhr den entscheidenden Treffer mit dem schweren Vorderlader und einer rund 30 Gramm schweren Bleikugel landete. Obwohl ausgerechnet im 120. Jahr der Vereinsgeschichte im Mai die Festhalle abgebrannt war, blieb die Feierlaune ungetrübt – ersatzweise wurde ein großes Festzelt aufgestellt.

Einen besonderen Grund zum Feiern hatte Ehrenschützenmeister Lothar Gronau – seit 30 Jahren ist er für das Erbauen der beiden hölzernen Vögel zuständig. Obwohl sie „großer“ und „kleiner“ Vogel genannt werden, sind beide etwa mannshoch und etwa 25 bis 30 Kilogramm schwer.

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