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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 01:05 Uhr

Jobcenter brauchen ausreichend Mittel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Heinrich Alt: Arbeitsmarktpolitik braucht finanzielle und strukturelle Reformen

von
erstellt am 27.Mai.2014 | 14:26 Uhr

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist ein historischer Rekord. Der Bestand von Langzeitarbeitslosen nimmt hingegen bei weitem nicht im erhofften Maß ab. Wenn die Jobcenter diese Aufgabe besser bewältigen sollen, müssen sie nicht nur finanziell besser ausgestattet werden. Es müssen auch strukturelle Änderungen, zum Beispiel bei der Definition von Erwerbsfähigkeit, erfolgen.

Diese Analyse stammt von Heinrich Alt (64), Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Im Eutiner Kreishaus sprach er gestern mit Vertretern von Politik, Arbeitsagenturen und Jobcentern sowie Wirtschaftsverbänden aus der Region über die zunehmend prekäre finanzielle Situation der Jobcenter.

Denen steht immer weniger Geld für arbeitsmarktpolitische Instrumente zur Verfügung. Zugleich wird die Integration ihrer Kunden in den Arbeitsmarkt immer schwieriger.

Alt, der von 1993 bis 1998 im Landesarbeitsamt in Kiel tätig und von 1998 bis 2000 Staatssekretär im Kieler Sozialministerium war, machte in einem sehr überzeugenden und mit vielen Beispielen durchsetzten Vortrag deutlich, welche und vor allem wie viele Tätigkeitsfelder bei der Arbeitsmarktpolitik bleiben, wenn es um die bessere Betreuung von Langzeitarbeitslosen geht. Dazu zähle eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Jobcenter durch Bundesmittel, und das auch mittelfristig.

Denn die Eingliederung von häufig mehrfach mit Handicap versehenen Menschen sei auch eine Frage des zeitlichen Aufwandes. „Die Jobcenter müssen über längere Zeiträume hinweg planen und fördern können.“ Heinrich Alt erntete aus dem Kreis von rund 60 Teilnehmern dieses Gespräches ausnahmslos Zustimmung.

Landrat Reinhard Sager hatte eingangs den Anlass für den Besuch von Alt erläutert: Anfang Februar war mit den heimischen Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) die prekäre Finanzlage der Jobcenter besprochen worden. Noch während dieses Termins war es Bettina Hagedorn gelungen, mit Heinrich Alt einen Besuch in Eutin zu vereinbaren.

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