Eutin : Jobcenter bewilligt Bildungsgutscheine

Versprechen einen unbürokratischen Ablauf bei der Bewilligung: (v.l.) Sabine Schröder, Claudia Christensen und Hans-Ulrich Lindner.
Versprechen einen unbürokratischen Ablauf bei der Bewilligung: (v.l.) Sabine Schröder, Claudia Christensen und Hans-Ulrich Lindner.

Summe eintragen, Stempel drauf - fertig. So schnell hat Claudia Christensen, Sachbearbeiterin im Jobcenter Ostholstein in Eutin, den ersten Bildungsgutschein bewilligt.

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06. April 2011, 10:57 Uhr

Eutin | Seit Freitag ist das so genannte Bildungspaket in Kraft und bei den Ostholsteiner Jobcentern ist man stolz darauf, gleich Anfang dieser Woche mit der Umsetzung gestartet zu haben.

Durch das Bildungspaket soll auch Kindern aus sozial schwachen Familien die "Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft" ermöglicht werden - sprich: Pro Monat stehen für jedes Kind zehn Euro für die Mitgliedschaft im Sportverein, für Musikunterricht, Nachhilfe oder Schulessen zur Verfügung. Anspruch auf diese Zuschüsse besteht, wenn die Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen.

"Wir wollten kein bürokratisches Monster schaffen", erklärt Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters. "Deshalb sind wir da sehr pragmatisch rangegangen." Auf kleinen Gutscheinen tragen die Sachbearbeiter per Hand die bewilligte Summe ein, die Sportvereine tragen ihrerseits die in Anspruch genommenen Mittel dazu und schicken eine Kopie des Gutscheins zurück an das Jobcenter. Die Abrechnung soll dann ganz unproblematisch erfolgen.

Die Gutscheine werden jeweils für sechs Monate ausgestellt. Egal, ob die Eltern irgendwann während dieses Zeitraumes vielleicht keine Ansprüche mehr haben. "Es wird grundsätzlich keine Rückforderungen geben", kündigte Hans-Ulrich Lindner an. Er ist im Jobcenter verantwortlich für den Bereich Teilhabe und hat gemeinsam mit Sabine Schröder, Fachgebietsleiterin soziale Hilfen im Kreistag, die Vorarbeiten für die Bearbeitungen geleistet. Je nachdem, ob Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe gezahlt wird, sind Jobcenter oder Kreis für die Bearbeitung zuständig.

Die Kosten trägt aber in jedem Fall der Bund. Nicht nur die für Leistungen des Bildungspaketes. Sondern auch die für zusätzliche Sachbearbeiter. "Denn der Kreis muss auf jeden Fall neue Stellen dafür schaffen", sagte Landrat Reinhard Sager. 6,5 Stellen sollten gestern dafür im Kreistag ausgebracht werden, refinanziert durch den Bund.

Bereits jetzt sind beim Jobcenter 100 Anträge eingegangen. Auf wie viele man sich jedoch einzustellen habe, wisse man nicht, sagte Marzian. Rund 4000 Kinder und Jugendliche im Kreis wären jedenfalls leistungsberechtigt. Und im Sinne der Entbürokratisierung dauere die Entscheidung über eine Bewilligung nur wenige Tag, versprach er.

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