Eutin : Jetzt werden die Torhäuser komplett saniert

Der Blick ins Innere des großen Stallgebäudes. Das Licht scheint durch die Dachlatten
Der Blick ins Innere des großen Stallgebäudes. Das Licht scheint durch die Dachlatten

Zur LGS sollen in den historischen Bauten Blumen blühen und regionale Produkte verkauft werden, anschließend sollen die Gebäude als Veranstaltungsräume dienen.

shz.de von
23. Juli 2015, 04:30 Uhr

Es ist staubig und laut an den beiden Torhäusern. Lange Zeit waren die eingetragenen Kulturdenkmäler von 1837 sich selbst überlassen. Jetzt hat deren Sanierung für insgesamt 1,57 Millionen Euro begonnen. „Die Gebäude haben sehr gelitten. In diesem war das Dach undicht, so konnte hier über Jahrzehnte Feuchtigkeit eindringen“, sagt Architektin Frauke Fahrenkrog, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Arne Roth das umfangreiche Sanierungskonzept beider Gebäude betreut.

Wo einst die Pferde standen, sollen zur Landesgartenschau im nächsten Jahr Blumen blühen. Anschließend soll das einstige Stallgebäude, von der Opernscheune aus links gesehen, mit einer Fläche von rund 300 Quadratmetern als Veranstaltungsraum genutzt werden. Derzeit ist Reet-Dachdecker Andreas Weidmann damit beschäftigt, das alte, teilweise hundert Jahre alte Reet von den größtenteils morschen Dachlatten zu entfernen. Dabei ist größte Vorsicht geboten, erklärt der Fachmann. „Normalerweise kann ich meinen Dachstuhl ins Reet einhaken und mich Stück für Stück vorarbeiten. Hier muss ich mir eine sichere Leiterkonstruktion bauen, weil ich durch die Dachlatten durchbrechen würde.“ Und doch ist er begeistert von der Qualität: „Sie hatten damals wirklich tolles Reet und handgeschmiedete Nägel. Das war eine Wahnsinnsarbeit damals.“

Im Inneren des Gebäudes sieht es nicht besser aus. Die Stiele, wie Experten die stützenden Balken senkrecht vom Dach zum Boden nennen, erfüllen keine tragende Funktion mehr. Teils sind sie weggegammelt, teils zu dünn, teils durch Schädlinge zerstört. Bis sie erneuert und ihre tragende Funktion wieder hergestellt ist, übernehmen Metallstützen ihre Funktion.

Der teilweise aufgeschüttete Fußboden aus einer Ansammlung von Beton und Ziegel wurde schon entfernt. Die Nässe, die sich im Fachwerk dahinter staute, hinterließ auch in den Außenwänden ihre Spuren: abgerundete Ziegel, wo sie einst eckig vermauert wurden und marode Balken.

Fahrenkrog: „Die Sanierung solcher Schäden ist sehr aufwendig, weil die Gefache einzeln abgestützt werden müssen, um solche kaputten Holzbalken zu entfernen.“ Der Blick nach oben unters Reet wird auch nach der Sanierung erhalten bleiben. Fahrenkrog: „Es ist ein schöner Raum, dessen historische Machart sichtbar bleiben soll.“ Die Fassade beider Gebäude soll nur „in guten Zustand“ versetzt werden. Heißt: Wo nötig, wird etwas erneuert und ausgetauscht, jedoch nicht in Gänze Überarbeitet. Für viel Licht sorgen künftig große Glasfronten hinter den Toren, die im Betrieb geöffnet werden. Beheizt werden die Veranstaltungsräume nicht, „wir können nur Frostschutz herstellen“.

Im Nachbargebäude, der einstigen Remise, wird derzeit der eingezogene Betonfußboden weggestemmt, um das historische Pflaster, was nach der Sanierung als Fußboden dienen soll, freizulegen. „Das Gebäude wird im Bestand saniert.“ Heißt: „Schadhaftes wird ausgetauscht.“ Eine Wand, die später mal eingebaut wurde, wurde abgerissen, bauchige Mauern werden gerichtet und das Höhenprofil von einst vor den Häusern soll wiederhergestellt werden. Verläuft alles nach Plan, ist die Sanierung im März vor der LGS fertig.

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