Jetzt ist Platz für Angler am Behrensdorfer Strand

<dick>Landrat Dr. Volkram Gebel</dick> lässt sich vom Vorsitzenden des Kreissportfischerverbandes Plön, Gerd Schlüter, erklären, wie die Angler Fische fangen.
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Landrat Dr. Volkram Gebel lässt sich vom Vorsitzenden des Kreissportfischerverbandes Plön, Gerd Schlüter, erklären, wie die Angler Fische fangen.

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12. Juni 2010, 03:59 Uhr

Behrensdorf | Im Naturschutzgebiet "Kleiner Binnensee und angrenzende Salzwiesen" in der Hohwachter Bucht ist das Angeln vom Strand aus jetzt erlaubt. Bislang war das Fischen am Küstenufer zum Schutz von Vögeln nur stehend im Wasser gestattet (der OHA berichtete), während es vom Strand aus jedoch einen Verstoß gegen die Schutzgebietsordnung darstellte. Diese Regelung stieß auf viel Unverständnis, zumal Spaziergänger, auch mit Hunden, den Strand nutzen dürfen.

"Nach eingehender Prüfung aller Umstände habe ich mich im Rahmen des Handlungsspielraumes, der mir vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume jüngst bestätigt wurde, für diesen Schritt entschieden und Angelplätze auf 700 Metern Länge des rund 2,8 Kilometer langen Küstenstreifens ausgewiesen", sagte der Landrat gestern vor Ort. Einerseits komme diese Maßnahme dem Interesse der Angler entgegen, andererseits bleibe zu hoffen, dass die dem Naturschutzgedanken eher abträgliche Debatte um das Strandangeln damit beendet sei.

Ein Argument für die Ausweisung von Angelplätzen auf einem begrenzten Abschnitt des Küstenstreifens besteht darin, dass das Naturschutzgebiet (NSG) als Naherholungsgebiet genutzt wird. Außer in der Brutzeit vom 1. März bis Ende Mai ist das Betreten dieses Gebietes für jedermann zulässig. "Wo unsere Bürger und Urlauber zwanglos den Aufenthalt am Strand genießen, da geht von einem still am Ufer der Ostsee sitzenden Angler sicherlich keine Gefahr für Vögel oder Pflanzen aus", betonte der Landrat.

Berücksichtigt wurde bei der Entscheidung auch, dass im Norden der Sondernutzungsstrand der Gemeinde Behrensdorf an das NSG angrenzt, der durch Badebetrieb und beispielsweise auch durch Hunde störungsintensiv auf das NSG wirkt. Die daran anschließenden Angelplätze seien räumlich gesehen die geringste Störungsmöglichkeit.

Der insgesamt 2,8 Kilometer lange Strand des Naturschutzgebietes, von dem jetzt lediglich 700 Meter fürs Angeln genutzt werden dürfen, gewährt zudem auch weiterhin ein störungsfreies Rast- und Überwinterungsgebiet für Küsten-, Wiesen- und Röhrichtvögel. Das sei auch in den Erhaltungszielen der Schutzverordnung vorgegeben. Die Angler würden ausschließlich im Herbst und Winter außerhalb der Brut- und Setzzeit den Strandstreifen nutzen. Gebel: "Damit ist den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes ausreichend Rechnung getragen."

Nach der Allgemeinverfügung für die Ausweisung von Angelplätzen ist das Angeln mit der Handangel in dem NSG ab Höhe "Gelbes Tor" bis zum Sielbauwerk und zur Schleuse am Auslauf des Kleinen Binnensees zulässig. Die Verfügung kann beim Umweltamt des Kreises eingesehen werden.

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