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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 20:28 Uhr

Jeske: „Blamabel für die Stadt Eutin“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein eisiger Wind weht zwischen der Gemeinde Bosau und der Stadt Eutin. Grund ist die Ablehnung einer Zustimmung aus der Kreisstadt für die geplante Erweiterung des Edeka-Marktes in Hutzfeld. Ohne Votum aus dem Unterzentrum Eutin muss in Hutzfeld auch der geplante Bau einer Tankstelle auf Eis gelegt werden. Bürgervorsteher Alfred Jeske sprach klare Worte: „Das ist blamabel für die Stadt Eutin.“

Der bestehende und gut angenommene Edeka-Markt in Hutzfeld hat eine Fläche von 800 Quadratmeter, rechnete Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt vor. Eine Ladengröße, die der Gemeinde zwar gar nicht zustehe. Doch der Bau sei damals ein Modellprojekt gewesen und habe so realisiert werden können. Jetzt sollte die Fläche im ersten Schritt auf 1500 und im zweiten auf 1200/1300 Quadratmeter vergrößert werden.

Dafür, so Schmidt, erfordert die Landesplanung die Zustimmung der Nachbarkommunen. Schließlich sollten die dortigen Gewerbeansiedlungen durch die Erweiterung in Bosau nicht gefährdet werden. Die Gemeinde Bosau habe ein Verträglichkeitsgutachten eingeholt. Danach kaufe bis auf ein paar Handwerker niemand aus Eutin in Hutzfeld ein.

Dennoch habe die Stadt Eutin jetzt offiziell die Zustimmung mit dem Verweis auf das eigene Einzelhandelsgutachten verweigert. Selbst die direkten Ansprachen unter den beiden Bürgermeistern, den beiden Bürgervorstehern oder den Fraktionen hätten zu keinem anderen Ergebnis geführt. „Jetzt haben wir die Landtagsabgeordneten um Intervention gebeten“, sagte Schmidt und weiter: „Die Argumente aus Eutin überzeugen uns nicht.“ Der Eutiner Markt werde wegen der Erweiterung des Edeka-Marktes in Hutzfeld nicht zusammenbrechen.

Rolf Naue aus Bosau forderte die Einwohner der Gemeinde Bosau auf, Eutin als Einkaufsstadt so lange zu boykottieren, bis die Genehmigung aus Eutin komme. Bosaus Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) war für seine Verhältnisse außer sich: „Ein Schreiben an den Eutiner Bürgervorsteher blieb acht bis neun Wochen unbeantwortet.“ Und dann hatte Eutins Bürgervorsteher den Fraktionsvorsitzenden ein Schreiben mit der Ablehnung der Stadt Eutin geschickt. Plön, Segeberg und Ahrensbök hätten hingegen keine Bedenken gehabt.

„Unterzentren haben eben eine gewisse Macht“, resignierte Bürgermeister Mario Schmidt. Und Bosau sei in einer schwachen Rechtsposition: „Wir haben hier einfach schlechte Karten.“ Jetzt liege das Verfahren – passend zum eisigen Wind – auf Eis und die Gemeinde wartet auf Ergebnisse der beiden Landtagsabgeordneten.  

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erstellt am 06.Okt.2015 | 10:21 Uhr

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