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„Jede Einbahnregelung erzeugt zusätzlichen Verkehr“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Neue Schwerpunkte in der Verkehrspolitik könnten höhere Lebensqualität in der Altstadt und damit auch bessere Rahmenbedingungen für die Geschäftswelt schaffen. Diese These vertritt Prof. Dr.-Ing. Herbert Staadt, der die Verkehrssituation der Rosenstadt beleuchtet hat.

Wie der Experte vor etwas mehr als zwei Jahren im Stadtentwicklungsausschuss vortrug, müsse eine Verringerung der Belastungen durch Kraftfahrzeuge das oberste Ziel sein. Fußgängern und Radlern sollten auch optisch mehr Raum erhalten.

Ein „gefundenes Fressen“ lieferten dem Professor für Verkehrsplanung an der Fachhochschule Potsdam
die mittlerweile abgebauten Schilder „Fahrverkehr hat Vorfahrt“ in der Freischützstraße: So etwas habe er noch nirgendwo gesehen. Aber auch ohne die Schilder liefere die Innenstadt viele Belege, dass Kraftverkehr Vorrang habe vor allen anderen Verkehrsteilnehmern.

Die vergleichsweise gute Ausstattung mit Parkflächen in Eutin sei für den Einzelhandel kein Nachteil im Wettbewerb mit Märkten auf der grünen Wiese. Es fehle aber ein gutes Parkleitsystem. Und von dem Gedanken, dass man vor jedem Geschäft parken können sollte, müsse man sich verabschieden: Die Qualität einer Einkaufsstadt lebe viel mehr von der Vielfalt ihrer Geschäfte, wie es in Eutin noch klar der Fall sei.

Der Verkehrsexperte nannte außerdem zahlreiche Nachteile der Einbahnstraßen in Eutin. Jede Einbahnregelung erzeuge zusätzlichen Verkehr durch erzwungene Umwege. Zugleich werde Durchgangsverkehr ein schnelles Passieren ermöglicht. Deshalb hatte Staadt eine Rückkehr zur Befahrbarkeit der Straßen in beide Richtungen empfohlen. Dadurch gingen zwar Parkplätze verloren, aber Eutin habe noch Potenzial zusätzlicher Parkflächen zum Beispiel in Bahnhofsnähe. Wenn man das Abstellen von Autos am Straßenrand genehmige, werde es automatisch zu einer Beruhigung des Verkehrs kommen. Und Durchgangsverkehr könnte man verhindern, indem man in der Schloßstraße zwischen Stolbergstraße und Rosengarten eine Barriere errichte. „Die Ampelanlage am Voßplatz würde dann überflüssig.“

Prof. Staadt hatte auch die Freigabe der ganzen Albert-Mahlstedt-Straße in beide Richtungen empfohlen: Das würde die Zahl der Zu- und Abfahrten zum Parkplatz am Stadtgraben verringern. Außerdem empfahl er, in der Mahlstedt-Straße das Parken auf dem Gehweg zu untersagen, stattdessen sollten am Straßenrand stehende Autos den Verkehr drosseln.

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