BAD SCHWARTAU : Jakobskreuzkraut: Ein Fall für die Tonne

Elf Rundballen mit gemähtem Jakobskreuzkraut konnte Landwirt Karsten Klüver jetzt fachgerecht entsorgen lassen.
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Elf Rundballen mit gemähtem Jakobskreuzkraut konnte Landwirt Karsten Klüver jetzt fachgerecht entsorgen lassen.

Die Kooperation von ZVO und Stiftung Naturschutz ermöglicht jetzt die Entsorgung der Gift-Pflanze.

shz.de von
17. Juli 2015, 06:00 Uhr

Umweltschützern wird es ein Graus sein: Seit gestern können Landwirte und Pächter von Weideland, aber auch betroffene Privatpersonen ihr abgemähtes Jakobskreuzkraut auf den Recyclinghöfen des Zweckverbands Ostholstein (ZVO) fachgerecht entsorgen lassen.

Karsten Klüver (Foto) war gestern der erste Landwirt, der fast vier Tonnen Schnittgut auf den ZVO-Hof in Bad Schwartau brachte – stilecht mit seinem Schlepper und langem Anhänger.

Der Landwirt aus Röbel, Pächter von Stiftungsland, zeigte sich froh über das Angebot der Stiftung Naturschutz. Schließlich habe er „zwei Hektar Jakobskraut in Reinkultur gehabt“, so Klüver.

„Es handelt sich um biologischen Sondermüll“, sagte ZVO-Pressesperecherin Nicole Buschermöhle. Das Kreuzkraut einfach auf den Komposthaufen zu entsorgen, würde die Problematik der Ausbreitung nicht entgegentreten. Die Stiftung Naturschutz testet zurzeit auf einigen Flächen eine Reihe von Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pflanze – unter anderem das Mähen (wir berichteten). Die Pflanze ist so robust, dass sie selbst noch im abgemähten Zustand Saat ausblidet und sich weiter verbreiten kann. Eine vollständige Vernichtung des Schnittguts könne den Siegeszug der Pflanze hemmen, meinen zumindest Experten. Die Stiftung übernimmt die Kosten der Pächter für die Entsorgung von Jakobs-Kreuzkraut. In Kooperation mit Abfallbetrieben, Kompostierungsanlagen und Recyclinghöfen wurden Sonderkonditionen zur Entsorgung vereinbart. Bei der ZVO bezahlte Landwirt Klüver somit nichts für seine elf Rundballen mit gepresstem Kreuzkraut. Die ZVO wird die Rechnung für seine 3,8 Tonnen – zum Sonderpreis von 23,50 Euro pro Tonne – jetzt an die Stiftung weiterreichen. Zum Vergleich: Normaler (Garten-)Grünschnitt kostet hier ansonsten 7,16 Euro pro Kubikmeter.

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