Jahrbuch hat einen Nachfolger

Gemeinsam mit der Lesenden präsentieren (v. l.) Frank Baudach, Wolfgang Griep und Klaus-Dieter Hahn das neue Buch.
Gemeinsam mit der Lesenden präsentieren (v. l.) Frank Baudach, Wolfgang Griep und Klaus-Dieter Hahn das neue Buch.

Die „Beiträge zur Eutiner Geschichte“ setzen die Tradition als Publikationsplattform für regionalgeschichtliche Aufsätze fort

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11. Mai 2018, 15:18 Uhr

Mit der Auflösung der Heimatverbandes Eutin Ende 2016 war auch die Geschichte des Jahrbuches für Heimatkunde besiegelt, von dem exakt 50 Jahrgänge erschienen sind. An diese Tradition knüpfen die Historiker Dr. Klaus-Dieter Hahn, zuletzt Schriftleiter des Jahrbuches, und Dr. Wolfgang Griep mit einem gemeinsam herausgegebenen Buch an, das „Beiträge zur Eutiner Geschichte“ heißt und dessen erster Band erschienen ist. Auf 294 Seiten sind historische Aufsätze von neun Autoren enthalten. Bei ausreichend neuen Beiträgen soll es eine jährliche Fortsetzung geben.

Die regionale historische Forschung sei von großer Bedeutung, betonte Dr. Griep bei der Präsentation des Buches in einem Pressegespräch. Mit der Einstellung des Jahrbuches für Heimatkunde sei eine wichtige Publikationsplattform verloren gegangen. Griep: „Universitäre Regionalforschung war und ist auf die vielen geschichtlich Interessierten vor Ort, auf die Hobbyhistoriker, Ortschronisten und Heimatforscher angewiesen, die in der Regel nur regionale Jahrbücher zur Veröffentlichung ihrer Ergebnisse nutzen können.“

In Eutin reiche die Veröffentlichung von regionalen Forschungen fast 100 Jahre zurück: Sie begann 1924 mit den „Blättern für Heimatkunde“, die regelmäßig im Anzeiger für das Fürstentum Lübeck und nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die
1990-er Jahre auch in dem Nachfolger, dem Ostholsteiner Anzeiger, veröffentlicht wurden. Die Blätter wurden einmal im Jahr in Buchform veröffentlicht.

An diese Tradition der Jahrbücher sollen die Beiträge zur Eutiner Geschichte anknüpfen. Dr. Hahn, früher Leiter des Ostholstein-Museums, hat die Redaktion übernommen, Dr. Griep hat das Buch in seinem Verlag Lumpeter und Lasel veröffentlicht.

Das Risiko des Projektes werde von beiden privat getragen, sagte Dr. Griep. Allerdings würden die Kosten bereits gedeckt, wenn 150 Exemplare verkauft würden (zum Preis von 19,80 Euro). Überschüsse würden für weitere Auflagen verwendet.

Diese Initiative verdiene höchste Beachtung, sagte Dr. Frank Baudach, der Leiter der Landesbibliothek Eutin, zu deren wissenschaftlichen Mitarbeitern auch Dr. Griep früher zählte. Die Landesbibliothek veröffentliche ja auch Bände zu speziellen Themen, wäre aber personell gar nicht in der Lage, eine Sammlung wie die Beiträge zur Eutiner Geschichte herauszugeben. Und zur Qualität des neuen Bandes machte Frank Baudach klar: „Wolfgang Griep druckt nichts, was Mist ist.“

Die Beiträge im ersten Band spannen einen geschichtlichen Bogen vom 16. Jahrhundert bis ins Dritte Reich, von historischen Karten (die ältesten 1595) über ein lateinisch verfasstes Buch aus dem 17. Jahrhundert, über die Reise der Familie Tischbein im Jahr 1808 nach Eutin, den Eutiner Sozialisten Wilhelm Dittmann bis zum Umgang der Eutiner Landeskirche mit ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit. Das Buch kann in der Buchhandlung Hoffmann und in der Eutiner Landesbibliothek erworben werden, über eine ISBN-Bestellnummer aber auch in jeder anderen Buchhandlung.

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