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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Jagdsteuer wieder Thema im Kreistag

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

CDU und FDP möchten eine Rückkehr zur Fallwildentsorgung durch die Jäger

von
erstellt am 12.Aug.2015 | 10:53 Uhr

Die Fraktionen von CDU und FDP haben das Thema Jagdsteuer wieder auf die Tagesordnung des Kreistages gebracht: Sie beantragen die Abschaffung der Jagdsteuer im Kreis Plön. Eine erste Beratung wird in der Sitzung Umweltausschusses am 15. September erfolgen, die nächste Kreistagssitzung ist 1. Oktober.

Konkret wird beantragt, dass die Jagdsteuer ab 1. April 2016 nicht mehr erhoben wird. Sie war bereits im Jahr 2005 schon einmal abgeschafft, dann aber 2012 wieder eingeführt worden. Als Konsequenz daraus hatte die Jägerschaft die Entsorgung von sogenanntem Fallwild – auf der Straße angefahrene oder getötete Tier – eingestellt.

Dies führe, wie es in der Antragsbegründung heißt, seither zu wachsenden Problemen. Die Fallwildentsorgung durch die Jäger habe problemlos funktioniert. Das könne wieder erreicht werden, wenn die Jagdsteuer abgeschafft werde.

Seit der Wiedereinführung der Jagdsteuer blieben Kadaver oft tagelang am Straßenrand liegen. Auch das Aufbewahren verendeter Tiere in Sammelbehältern gebe Anlass zu Kritik. Zunehmend würden Wildunfälle überhaupt nicht mehr gemeldet oder nicht mehr polizeilich bearbeitet. Tiere verendeten oft qualvoll.

Finanziell lohne sich die Jagdsteuer nicht: Entsorgungskosten im Kreis an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen lägen jährlich bei 70  000 Euro. Nicht eingerechnet sei dabei die Situation der Gemeindestraßen, die mit rund 2500 Kilometern die größte Straßenlänge im Kreis hätten. Und es müssten die Personalkosten in der Kreisverwaltung für die Einziehung der Jagdsteuer in die Berechnung einfließen. Die Einnahmen der Jagdsteuer beliefen sich für den Kreis auf rund 100  000 Euro jährlich.

Der Verzicht auf die Jagdsteuer wäre nicht nur Voraussetzung für eine problemlose Fallwillentsorgung, sondern auch eine Anerkennung für die ehrenamtlichen Leistungen der Jäger und Revierinhaber, die sie für Natur und Umwelt erbrächten. Neben dem steten Engagement für Tier- und Pflanzenwelt wird an das Anbringen von rund 8000 blauen Reflektoren an Leitpfählen zur Reduzierung von Wildunfällen erinnert.

In vielen Bundesländern werde keine Jagdsteuer mehr erhoben. In Schleswig-Holstein werde die Jagdsteuer noch in sechs von elf Kreisen kassiert. Wörtlich heißt es im Antrag der beiden Fraktionen: „Die Fallwildentsorgung ist ein drängendes Problem im Kreis. Die beste Lösung wäre, mit den Jägern und den Revierinhabern wieder zu dem bewährten, harmonischen Miteinander zurückzukehren.“

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