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Kreis Plön : Jagdsteuer bleibt das Streitthema

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis Plön ist einer der wildreichsten Kreise im Bundesgebiet. Regelung des Landes für neue Schonzeiten macht wenig Sinn.

Streitpunkte zwischen Jagd und Politik gibt es reichlich: die Ausweitung von Schonzeiten, die Benutzung bleihaltiger Munition oder die Jagdsteuer. Ein Problem mit der Politik hat der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Plön, Hans-Werner Blöcker, dennoch nicht: „Trotz unklarer politischer Verhältnisse im Kreis versuchen mit der Politik vernünftige Lösungen zu finden.“ Auch mit Umweltminister Habeck habe man lange um die neuen Schon- und Jagdzeiten gerungen. Allerdings habe er dann die neue Verordnung ohne Rücksprache in Kraft gesetzt. Das stößt bei der Jägerschaft im Kreis auf „Unverständnis“.

Gut bestellt ist es um den Wildbestand im Kreis Plön. „Die Jäger brauchen sich keine Sorgen um den Bestand machen“, sagte Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hammerschmidt beim Kreisjägertag in Holm. Das gelte vor allem für das Dam- und Rehwild. Der Rückgang beim Schwarzwild sei gewünscht, weil sonst die Wildschäden in der Landwirtschaft zu groß seien. Nach seinem Streckenbericht wurden 2013 knapp 2800 Stück Damwild und fast 3000 Stück Rehwild erlegt. Stark rückläufig sei das Schwarzwild mit 1300 erlegten Stücken. Damit zählt der Kreis immer noch zu den wildreichsten überhaupt.

Ein immer noch viel diskutiertes Thema ist das drohende Verbot von bleihaltiger Munition durch die Politik. Nichts belege bislang, dass bleihaltige Munition die Umwelt belaste, aber diese Munition gefährde eher die Sicherheit, sagt Blöcker. Denn Abpraller aus dieser Munition seien weitaus gefährlicher.

Die von Umweltminister Habeck geänderten Schon- und Jagdzeiten für Rehwild sind weiteres Streitthema. Aus der bisherigen Regelung gestrichen wurden die Monate Februar und Juli/August. Das halten die Jäger für problematisch, denn im Herbst wirft das Wild ihre Geweihe ab. „Ohne Geweih können wir aber das Wild nicht mehr richtig ansprechen, können nicht das Alter feststellen und den Gesundheitszustand“, sagt Blöcker. Hammerschmidt befürchtet zudem größere Wildschäden bei den Bauern, da zu dieser Zeit die Felder noch nicht abgeerntet seien. Mehr Ruhe im Wald werde es deshalb noch lange nicht geben, wenn Spaziergänger und Radler weiter durch die Wälder ziehen dürften.

Und auch beim Thema Jagdsteuer des Kreises sei man weiter im Gespräch. Aus Sicht der Jäger ist diese für den Kreis ein Minus-Geschäft. Sie bringe dem Kreis letztlich nur 120 000 Euro ein, veranlasse aber durch den Abtransport der getöteten Tiere von der Straße und die Verwaltung Kosten von 130 000 Euro, rechnet Blöcker vor. Unberücksichtigt bleibe dabei das ehrenamtliche Engagement der Jäger zum Beispiel beim Wildkataster oder dem Umweltschutz. In diesem Punkt sieht Landrätin Stephanie Ladwig als Gast der Jägerschaft allerdings „keinen Ermessensspielraum“. Der Kreis Plön sei eben arm, und „Handlungsspielraum“ sieht sie nicht. Möglich sei vielleicht, den Jägern entsprechend ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zum Beispiel bei Biotopmaßnahmen entgegen zu kommen.

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erstellt am 12.Mai.2014 | 12:20 Uhr

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