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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 18:04 Uhr

Jäger verurteilen Drückjagd

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Spitzen von Hegering und Damwild-Hegegemeinschaft fürchten Rufschädigung durch Vorfall in Krummsee

„Die Jägerschaft distanziert sich auf das Schärfste gegen ein solches Verhalten.“ Mit dieser Feststellung hat Frank Schumacher, Vorsitzender des Hegerings Malente, die Umstände einer Drückjagd in einem Waldstück der Schleswig-holsteinischen Landesforst-Behörde in Krummsee kommentiert (wir berichteten). Ein derartiges Geschehen sei ein Einzelfall und spiegele in keiner Weise den Umgang der Jägerschaft mit dem Wild wider.

„Es ist ein Unding, dass die Tiere zwei Tage liegen gelassen wurden“, monieren Schumacher, sein Stellvertreter Jörg Graage und Jürgen Schlüter, Vorsitzender der Damwild-Hegegemeinschaft Malente-Grebin. Sie können, wie sie im Gespräch mit dem Ostholsteiner Anzeiger betonen, die Vorgänge nicht nachvollziehen.

„Nach Aussage des Kreisjägermeisters Gustav Hogreve liegt der Fall der Unte-
ren Jagdbehörde des Kreises Ostholstein vor und wird verfolgt“, weiß Graage. Die übergeordnete Behörde zeichne für die Einhaltung der jagdrechtlichen Vorschriften und Gesetze verantwortlich.

Ihr sei der Schütze bekannt. Derzeit würden zur weiteren Bearbeitung und zur Prüfung, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden müssten, weitere Aussagen zu dem Hergang der Drückjagd eingeholt, weiß Graage.

„Durch dieses Fehlverhalten hat der Schütze in Kauf genommen, dass das Tier elendig verendet“, ist Frank Schumacher über den Vorfall am Sonnabend vor dem zweiten Advent empört. Bei der Drückjagd auf Einladung der Landesforst wurden zwei Stück Damwild geschossen und liegen gelassen, obwohl sie nur wenige Meter von einem anderen Tier entfernt lagen, das gebrochen (aus- und mitgenommen) wurde. Nach OHA-Informationen soll der Schütze die Tiere angeblich nicht gefunden haben.
„Im Jagdgesetz ist fest verankert, dass ein Schweißhund bei einer Jagd zwecks Nachsuche dabei zu sein hat“, so Schumacher. Ob ein solcher Hund mit vor Ort war, entziehe sich ihrer Kenntnis.

Trotzdem liege nach ihrem Dafürhalten ein starkes Fehlverhalten vor. Denn der Schütze hätte dem für die Jagd verantwortlichen Bezirksförster Meldung über die Zahl der abgegebenen Schüsse und die nicht gefundenen Tiere machen müssen, damit eine Nachsuche erfolgt wäre.

„Drückjagden sind nicht optimal. Ein gezielter Einzelabschuss ist immer besser“, sagt Jürgen Schlüter. Die sogenannte Drückjagd sei vielmehr ein Instrument der Regulierung, um vorgegebene Abschussquoten einzuhalten. Diese seien durch das neue Jagdgesetz mit erheblichen Einschränkungen in den Jagdzeiten bei teilweise hohen Tierbeständen mit Einzelabschüssen schwer zu erfüllen.

Einer OHA-Anfrage bei Bezirksförster Alexander Decius zu einer Stellungnahme über den Sachverhalt wurde eine Absage erteilt. Schumacher, Grage und Schlüter bedauern, dass sich die Behörde zu dem Vorfall nicht äußern will und somit der Öffentlichkeit das Gefühl bleibe, dass sich alle Jäger unkorrekt verhielten. „Für uns Jäger, die sich teilweise Jahrzehnte lang für das Wohl des Wildes einsetzen, ist der Vorfall ein Schlag ins Gesicht“, betont Frank Schumacher.


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erstellt am 15.Dez.2015 | 00:33 Uhr

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