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Streitobjekt Schießstand : Jäger sind sauer auf die Stadt Eutin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Eutin, Otto Witt, ärgert sich über die Haltung der Stadt Eutin bei der Erweiterung einer Schießbahn von 270 auf 300 Meter - "auf eigenem Grund", wie Witt betont.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 15:18 Uhr

Rund drei Stunden dauerte die Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Eutin in der Ahrensböker Gillhalle. Fast ein Drittel dieser Zeit widmete der Vorsitzende Otto Witt dem Schießsportzentrum (SSZ) in Kasseedorf. „Wir waren im November in einer finanziell prekären Situation. Doch es hat sich vieles zum Positiven verändert“, erklärte er. Mit dem neu eingerichteten Verwaltungsrat habe man ein erhebliches Entgegenkommen der Banken erwirken können.

„Wenn sich alles wie angedacht umsetzen lässt, ist mir um die Zukunft des Schießsportzentrums nicht bange“, machte Witt seinen Mitgliedern Mut. Gute Buchungszahlen und ein hohes Spendenaufkommen hätten dazu geführt, dass sich die Anlage wieder in ruhigeren Fahrwässern bewegt. Dennoch beschloss die Jahreshauptversammlung einstimmig eine Umlage in Höhe von jährlich 30 Euro pro Person für den Zeitraum 2014-2016, um der Schießsportanlage eine zuverlässige Einnahmequelle zu sichern. Im Gegenzug für die Umlage erhält jedes Mitglied einen Wertgutschein für die Nutzung der Anlage.

Keinen Hehl machte Witt aus seinem Ärger über die Stadt Eutin. „Wir möchten auf unserem eigenen Grund und Boden aus der 270-Meter-Schießbahn eine 300-Meter-Schießbahn machen. Doch wir beißen bei der Stadt Eutin auf Granit. Das gleicht einer Posse.“ Man sei Eigentümer dieser Fläche und habe daher „einen rechtlichen und moralischen Anspruch“, sie auch entsprechend nutzen zu können.

Kreisjägermeister Gustav Hogreve klagte indes über die neue Jagd- und Schonzeitenverordnung. „Hier wurde ein Verwaltungsakt geschaffen, der nicht nötig war. Was hat der Rehbock getan, dass man ihm plötzlich eine kürzere Schonfrist einräumt als dem Fuchs oder Dachs, die weitaus größere Schäden verursachen“, fragte er. Auch sei das komplette Abschussverbot für Elstern und Höckerschwäne äußerst problematisch. „Ich hätte mir erhofft, dass man die alte Verordnung beibehält“, fasste Hogreve zusammen.

Warme Warte gab es für die Jäger hingegen von Landrat Reinhard Sager. Nachdem in der Vorwoche im Kreis Steinburg zwei Grundstückeigentümer erfolgreich eine Befriedigung ihrer Flächen aus ethischen Gründen erstritten hatten, machte er den Waidmännern Mut: „Wir werden keinen Antrag stellen, dass in unseren Gärten aus ethischen Gründen nicht gejagt werden darf. Ich halte das in Ordnung halten der Wildbestände für wichtig.“ Hierfür erntete Sager von der anwesenden Kreisjägerschaft donnernden Applaus.

Etwas ruhiger ging es bei den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften und besondere Verdienste zu. Hier hatte Witt eine ganze Liste abzuarbeiten. Für 65 Jahre ehrte er Felix Schleuter (Eutin-Fissau) und Herbert Thode (Braak). Für 60 Jahre Mitgliedschaft zeichnete er Claus Behrens (Ahrensbök), Karl Eigen (Stockelsdorf), Rudolf Feddersen (Eutin), Jürgen Pörksen (Kesdorf), Hugo Tode (Pönitz) und Christian Wesnigk (Bad Schwartau) aus. Verdienstnadeln erhielten Rolf Kugel, Thomas Trautermann, Thomas Strelow (alle Bronze) und Gustav Hogreve (Silber).

 

> Weitere Ehrungen: Christoph Bendtfeldt, Günter Kahl, Gebhard Manthey, Horst Prell, Werner Sach (alle 50 Jahre), Carl-Heinz Beth, Karl Friedrich Konrad, Kurt Nöthling, Hans-Joachim Schwarz (alle 40 Jahre), Björn Bannow, Michael Baumgart, Norbert Becker, Claudia Hamerich, Bruno Hamerich, Manfred Jensen, Elke Kutzner, Klaus Otto Abel, Maren Dreckhan, Harald Jaacks, Frank Redemann, Martin Rüsch, Udo Schöning und Annegret Köhn-Barg (alle 25 Jahre).

 

 

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