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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 16:46 Uhr

Malente : Jäger retten Damhirsch aus Zaun

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das zentnerschwere Tier hatte sich über Weihnachten in Benz in einen Weidezaun verfangen und war auf menschliche Hilfe angewiesen

von
erstellt am 27.Dez.2015 | 14:52 Uhr

Zwei junge Männer entdeckten am ersten Weihnachtsfeiertag beim Knicken am Ortsrand von Benz in der Nähe eines Gehöftes einen Damhirsch, der sich mit seinem Geweih in einem Weidezaun verfangen hatte. Das Tier konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien, da sich der Zaun um seine Schaufeln gewickelt hatte.

Bereits in der Vergangenheit hatten sich tragische Tierschicksale gerade in der Gemeinde Malente ereignet. Immer wieder hatten sich schwere Damhirsche mit ihren Geweihen in Zäunen verfangen und waren elendig zugrunde gegangen und verendet. Dieser Damhirsch hatte jedoch Glück.

Es handelte sich in Benz um einen typischen Schafs- oder Hühnerelektrozaun. Der war zwar nicht stromdurchflutet, zeichnete sich aber durch enge Maschen und besondere Reißfestigkeit aus.

„Dadurch blieb dem Damhirsch keine Chance, sich zu befreien“, sagte Saskia Hink vom Hegering Malente. Auch die hinzu gerufene zuständige Jäger sahen keine Möglichkeit, den Zaun zu lösen, ohne dabei selbst verletzt zu werden: „Der Hirsch kämpfte panisch um sein Leben, wobei sein Geläuf oder das Geweih zur gefährlichen ,Waffe’ hätten werden können.“

Das Tier hatte augenscheinlich keine weiteren äußerlichen Verletzungen. Also entschieden sich die Waidmänner schnell dazu, den ebenfalls erfahrenen Jäger und Hufschmied Heiner Trammer zu informieren. Mit Hilfe eines Spezialgewehres betäubte er den Damhirsch schnell, damit sie ihn vom Zaun befreien und aus der Gefahrenzone ziehen konnten.

Als ein weiterer Jäger am Abend das befreite und auf einer Weide unter Narkose liegende Tier zum Schutz vor Kälte eindecken wollte, stand es auf und zog davon. „Der Hirsch hat diesmal Glück gehabt – doch aus eigener Kraft und ohne die Hilfe der Jäger hätte er den ersten Weihnachtstag nicht überlebt“, sagte Saskia Hink.

Das sei und bleibe leider kein Einzelfall. Denn: Immer wieder verfangen sich Wildtiere in solchen oder ähnlichen Weidezäunen. Meistens haben Jäger aufgrund der starken Verletzungen dann jedoch keine Möglichkeit mehr, die Tiere zu retten und ihnen bleibt nur noch, sie zu erlösen.

„So stellt sich für viele Jäger und auch Landwirte die Frage, ob zu sorglos mit Litzen und ähnlichen Zäunen umgegangen wird“, sagte Saski Hink weiter. Oftmals würden die Zäune nach Gebrauch nicht abgebaut und einfach stehen gelassen. Ihr Tipp: „Ein Lösungsansatz ist, zumindest die nicht mehr benötigten Zäune nach dem Weideabtrieb abzubauen.“ Sie hoffe, dass mit solch schrecklichen und leider viel zu häufigen Bildern Viehhalter sensibilisiert werden.

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