Jäger gab den Schuss aus Versehen ab

Staatsanwalt spricht von 72-jährigem Beschuldigten

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28. Juli 2012, 08:32 Uhr

Plön/Schleswig/Kiel | Es war eine Kugel aus dem Gewehr eines Jägers: Ein 72-Jähriger aus dem Kreis Plön hat höchstwahrscheinlich den Schuss abgegeben, der Sonntagabend einen Autofahrer auf der B 76 am Hals streifte. Das gab die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß gestern bekannt.

Der 72-Jährige habe eingeräumt, auf einem Feld an der B 76 mit einem Gewehr hantiert zu haben, wobei sich versehentlich ein Schuss gelöst habe. Eine erste Untersuchung habe bestätigt, dass ein Projektil, das in der Nackenstütze des Autos gefunden wurde, aus der Waffe des Beschuldigten stammen könne.

Ein endgültiges Waffen- und Spurenbildgutachten werde zurzeit erarbeitet. Das sei aufwändig und werde noch einige Zeit dauern. Erst danach könne festgestellt werden, ob dem Jäger ein fahrlässiges strafbares Verhalten vorgeworfen werden könne oder ob es ein Unglücksfall gewesen sei, der strafrechtlich nicht verfolgt werde.

Der 56-jährige Kfz-Meister Thies Schoppmeier aus Schleswig war, wie berichtet, am Sonntagabend zwischen Plön und Preetz von einem Projektil am Hals getroffen und leicht verletzt worden. Die Kugel hatte die hintere rechte Seitenscheibe von Schoppmeiers Kombi durchschlagen und den Fahrer gestreift. Ein Teil des Geschosses war nach Angaben der Ermittlungsbehörden in einer Nackenstütze stecken geblieben.

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