zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 11:56 Uhr

Jäger diskutieren über Gesetzentwürfe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Geplante Neuerungen erhitzen Gemüter / Zwei Ostholsteiner im Präsidium des Landesjagdverbandes vertreten / Programm zur LGS

„Früher gehörte zur Jagd, ein Tier gut erlegen zu können. Die Zeiten sind lange vorbei. Die Hege und Pflege steht im Vordergrund. Heute hat die Jagd nicht nur Freunde, sondern auch zahlreiche Gegner, die zumeist über wenig Sachverstand verfügen und sich dennoch eine kritische Meinung anmaßen.“ Mit diesen Worten begrüßte der Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann die gut 200 Jäger zur Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft (KJS) Eutin am Freitagabend in seiner Gillhalle.

„Sie sprechen uns aus dem Herzen“, sagte Otto Witt, Vorsitzender der KJS Eutin. Neben dem Erhalt und Schutz von Natur und Wild spiele die nachhaltige Sicherung der Arten und ihrer Lebensräume eine bedeutende Rolle, betonte Kreispräsident Ulrich Rüder. Für diese Ziele stehen künftig zwei Ostholsteiner auch im Landesjagdverband ein: Otto Witt und Henning Höper sind Beisitzer des neuen Präsidiums. Außerordentliche Neuwahlen waren im Januar notwendig geworden, da das alte Präsidium auf Forderung der Basis nach heftigen internen Querelen zurückgetreten war (wir berichteten). „Der Umgang untereinander ist wirklich sehr nett. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns endlich wieder um Sachthemen kümmern und nicht mehr um uns selbst drehen“, sagte Witt.

Die Landespolitik bietet aus Sicht der Jäger allerhand Diskussionsstoff. Etwa das umstrittene Befriedungsrecht, das auf juristische Personen ausgedehnt werden soll. Bisher können nur natürliche Personen, wie Grundstückseigentümer, ihr Land für die Jagd aus beispielsweise ethischen Gründen sperren. In der Diskussion ist, dieses Recht nun auch auf juristische Personen wie etwa die Kirche oder Stiftungen auszudehnen. „Damit wird die Jagd insgesamt als wichtiger Teil des Naturschutzes in Frage gestellt. Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Kreispräsident Rüder.

Auch der Wegfall der behördlichen Abschusspläne beispielsweise für das Rehwild erhitzte die Gemüter. Witt: „Dann können wir so viel schießen, wie wir wollen. Das will ich aber nicht.“ Sein Vorschlag: „Wir müssen über private Abschusspläne nachdenken!“ Im vergangenen Jagdjahr wurden rund 2400 Rehe zur Strecke gebracht, mehr als 400 allein durch Autofahrer.

Was die Jäger freute: „Das Betretungsrecht ist vom Tisch“, so Witt. Heißt: Spaziergänger und Hunde müssen im Wald auch künftig auf den Wegen bleiben, können nicht einfach querfeldein laufen.

Im Anschluss an Diskussion und Ehrungen langjähriger Mitglieder steht traditionell die Trophäenschau, bei der die Besten ausgezeichnet werden. Neben starken Damhirschen, besonderen Böcken und imposanten Waffen (Keilerzähnen) hing erstmals auch ein Muffel. Karsten Klüver aus Röbel schoss das Tier im vergangenen Jahr auf einer Jagd in Süsel. „Wir hoffen, dass sie künftig häufiger bei uns zu sehen sind“, sagte Kreisjägermeister Gustav Hogreve.

Wer mehr über die Jagd und die Kreisjägerschaft Eutin erfahren will, kann das auch auf der LGS: Immer Sonnabends sind Jäger vor Ort, außerdem bereiten sie eine Ausstellung für die Fläche im Süduferpark vor.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen