Jäger äußern Unmut über neue Hundesteuer

Avatar_shz von
28. November 2018, 23:41 Uhr

Das Bekanntwerden einer neuen Satzung zur Hundesteuer rief im jüngsten Hauptausschuss am Dienstagabend eine Handvoll Jäger auf den Plan. Der Grund: Im neuen Entwurf der Verwaltung sollen Privatpersonen, die einen Jagdhund halten, keine Steuerermäßigung mehr erhalten, weil das öffentliche Interesse fraglich sei, heißt es in der Verwaltungsvorlage (wir berichteten). Gleichwohl sollen aber Jagdbedienstete weiterhin von der Hundesteuer für ihre Jagdgebrauchshunde befreit werden.

Heiko Godow (CDU) machte als Hundehalter und Jäger auf den Missstand aufmerksam und bat um Vertagung des Themas, um sich in den Fraktionen intensiv damit auseinanderzusetzen. „Im Landesjagdgesetz (LJG) steht, dass die Jagd breiten Schichten, insbesondere den ortsansässigen, zur Verfügung stehen sollte. Es ist also kein elitäres Hobby von Besserverdienern.“ Außerdem sei laut LJG der Einsatz von Hunden bei Treib, Drück- und Suchjagden vorgeschrieben. „Die Haltung von Jagdhunden ist also kein Zeitvertreib“, so Godow. Zwei Eutiner Jäger betonten, dass das viele Fallwild, dass durch Autofahrer „zur Strecke gebracht“ werde, oft nur per Nachsuche mit Hund gefunden werde. „Wenn der Tierschutz gewährleistet und das Leid schnell beendet sein soll, geht das nur mit Hund“, sagte Ernst Tamm. Förster Alexander Decius betonte, dass es mehr Jagdhunde als die im Besitz der Landesbediensteten brauche, um vernünftig jagen zu können, Verbissschäden zu minimieren. „Allein in meinem Revier sind rund zehn Hunde, die zur Jagd gebraucht und von Privatpersonen geführt werden“, sagt Decius. Eine Unterscheidung oder Aufhebung der Steuerermäßigung sei ungerecht und schade am Ende nur. Der Hauptausschuss vertagte das Thema aufs nächste Jahr. „Wir wollen das ausführlich beraten“, sagte Ausschussvorsitzender Matthias Rachfahl (CDU).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen