zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 16:11 Uhr

Bosau : Investoren suchen nach Investoren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Frauke Rauch und Ingrid Bartels wollen das Ferienhausprojekt am Bosauer Strand für 595 000 Euro verkaufen / SPD sieht „Geschmäckle“

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Eigentlich wollten die beiden Hotelkauffrauen Frauke Rauch und Ingrid Bartels zwölf Ferienhäuser im skandinavischen Holzhausstil direkt am Bosauer Strand bauen. Die ersten Gäste sollten dort bereits im vergangenen Jahr Urlaub machen. Die Häuser stehen auch ein Jahr später immer noch nicht. Jetzt wurde bekannt, dass die beiden Investorinnen ihre Anwesen in Bosau verkaufen wollen.

Die Sparkasse Holstein bietet sowohl die Galerie Tödt und das Kunst-Café „Im Dorf“ im Internet zum Verkauf an. Das Café soll als „einzigartiges und traumhaftes Fachwerkgebäude im Herzen von Bosau“ 395 000 Euro bringen. Die Galerie mit einem 8000 Quadratemter großen Areal am Bosauer Strand wird als „Einfamilienhaus mit Seeblick und zusätzlichem Bauplatz für zehn Ferienwohnungen in Bosau“ zum Preis von 595 000 Euro angeboten. „Das ist richtig“, bestätigte Eberhard Rauch gestern Abend nur wortkarg. Mehr nicht. Rauch ist Ehemann einer der Investorinnen, Bosauer CDU-Gemeindevertreter und als Vorsitzender des gemeindlichen Bauausschusses mitverantwortlich für die Realisierung der Pläne.

Zur Erinnerung: Rauch und die CDU hatten das Projekt im Eiltempo durch die behördlichen Instanzen geboxt. Frauke Rauch und Ingrid Bartels übernahmen die Kosten für die Planung. Dazu zählte die Erstellung eines Flächennutzungsplanes und eines Bebauungsplanes.

Geplant war von den beiden Fachfrauen ein Saisonbetrieb, der auch ganzjährig zur Verfügung stehen sollte. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen sollte die Gemeinde Bosau durch neue Gäste sowie Steuereinnahmen und Kurtaxe profitieren. Heute sind die damaligen Aussagen der Investoren aus Bosau nur noch heiße Luft.

Jetzt liegt die Baugenehmigung zur Realisierung des Ferienhausprojektes am Bosauer Strand vor. Aber die Investoren aus der Gemeinde Bosau wollen offensichtlich nicht mehr investieren. Beantragt sind zehn eineinhalbgeschossige Wohnungen im Maisonette-Stil mit jeweils 51 Quadratemter Wohn- und Nutzfläche.

„Damit hat die SPD mit ihrer damals ablehnenden Haltung Recht behalten“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Steingräber-Klinke gestern. Im Prospekt der Holsteinischen Schweiz sei schon mit der Eröffnung der Ferien-Appartements mit Hotelservice am See geworben worden. Bis auf die SPD hätten sich alle Fraktionen der damaligen Gemeindevertretung für das Projekt ausgesprochen. Die SPD sei gegen den 51 Meter langen Ferienhausschlauch in diesem hochsensiblen landschaftlichen Bereich gewesen.

Das „Geschmäckle“, das die SPD-Fraktion schon damals empfand, besteht weiter, so Steingräber-Klinke. Die Verzahnung von politischem und privatem Engagement Eberhard Rauchs und besonders die Betonung der touristischen Bedeutung, erscheine der SPD heute sehr fragwürdig.

Die politischen Gremien in Bosau unterstützen Investoren in der Gemeinde. Doch, so Birgit Steingräber-Klinke weiter, gebe es leider mehrere abschreckende Beispiele in der Gemeinde, die die Gemeindevertretung auf den Weg gebracht habe: „Wir haben durch die beschlossene Änderung des Flächennutzungsplanes einst unbebaubare Flächen in kostbares Bauland umgewandelt.“ So werde die geplante Ferienhausanlage nach einem Jahr des Wartens verkauft. „Wir müssen zukünftige Projekte kritisch beleuchten und die Bürger im Dialog durch gezielte Informationen auf Dorfschaftsversammlungen mitnehmen,“ sagte sie im Hinblick anstehender Entscheidungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen