Investor plant Appartements

Viel Platz für Eigentumswohnungen: Die beiden benachbarten Grundstücke des ehemaligen Hotels Raven und der Glasbläserei in der Malenter Janusallee bieten zusammen rund 5200 Quadratmeter Grundfläche.
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Viel Platz für Eigentumswohnungen: Die beiden benachbarten Grundstücke des ehemaligen Hotels Raven und der Glasbläserei in der Malenter Janusallee bieten zusammen rund 5200 Quadratmeter Grundfläche.

Malente: Wo einst die Glasbläserei und das Hotel Raven standen, sollen etwa 35 barrierefreie Eigentumswohnungen gebaut werden

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17. Dezember 2014, 12:30 Uhr

Es hatte nicht lange gedauert: Etwa ein Jahr, nachdem die Malenter Glasbläserei im Herbst 2013 ihren Betrieb eingestellt hatte, rückte der Abrissbagger an. Heute zeugt nur noch eine tiefe Kuhle von dem Gebäude in der Janusallee, das einst Busladungen voller Touristen anzog. Zusammen mit dem Nachbargrundstück des bereits vor einigen Jahren verschwundenen Hotels Raven klafft am Ende der Janusallee eine gewaltige Baulücke.

Doch Pläne, wie die derzeitige Leere gefüllt werden kann, werden bereits geschmiedet. Die Protech Entwicklungsgesellschaft mbH hatte das ehemalige Hotelgrundstück (Janusallee 16) bereits vor einigen Jahren erworben, mittlerweile gehört der Firma mit Sitz in Bad Schwartau auch das Glasbläserei-Grundstück (Janusallee 18). „Das Gesamtareal wird von uns derzeit überplant“, erklärt Protech-Geschäftsführer Matthias Kallweit. Genaue Angaben kann er jedoch noch nicht machen, denn die Planung ist erst am Anfang. „Ich treffe mich erst in der nächsten Woche mit dem Architekten.“ Ergebnisse der Vorplanung sollen im Frühjahr vorliegen.

Fest steht bereits, dass auf den 3247 (Janusallee 16) und 1977 Quadratmeter (Janusallee 18) großen Grundstücken barrierefreie Wohnungen mit 65 bis 100 Quadratmetern entstehen sollen, verriet Kallweit. Das dürfte unter Ausnutzung der Baugrenzen auf etwa 35 Wohnungen hinauslaufen. „Die Wohnungen werden als Eigentumswohnungen für Eigennutzer und Kapitalanleger verkauft und den Anforderungen der ,älteren Generation‘ gerecht werden“, erläutert der Protech-Chef. Eine barrierefreie Ausführung, Aufzug, Kameraüberwachung der Hauseingänge, Bewegungsmelder in den Treppenhäusern und schwellenfreie Duschen sollen daher zum Standard gehören.

An anderen Standorten seien vergleichbare Anlagen entwickelt worden, erklärt Kallweit und nennt Beispiele: in Malente das „Bellevue“ (neben dem Haus des Kurgastes) in der Lindenallee,
in Eutin das Ende 2012 an
der Stadtbucht fertiggestellte Mehrfamilienhaus oder „Wohnen am Bürgerpark“ in Bad Schwartau.

Als die Glasbläserei noch existierte, hatte Protech bereits einen ersten Anlauf genommen, eine Planung für das Raven-Grundstück auf den Weg zu bringen. Doch die Pläne waren auf massive Proteste gestoßen. Im Bebauungsplan gab es keine Höhenbegrenzung, Anlieger, Politik und Verwaltung sahen angesichts der geplanten zwei Voll- und drei Staffelgeschosse mit einer Gesamthöhe von 17 Metern das Erscheinungsbild der gesamten Straße in Gefahr. Auch ein weiterer Investor, der anstelle der Glasbläserei einen viergeschossigen Flachdachbau plante, sorgte für Proteste. Die Gemeinde erließ eine Veränderungssperre, in der zweiten Änderung des B-Plans Nr. 61 wurde die Firsthöhe im Mai 2010 schließlich auf zwölf Meter festgesetzt, die Wände dürfen höchsten 6,40 Meter hoch sein. Für Hauptgebäude sind außerdem ausschließlich Sattel-, Walm- und Mansarddächer mit einer Dachneigung von mindestens 40 Grad zulässig.

Kallweit ist dieser Hintergrund durchaus bewusst, wenn er von einer „zum Standort passenden ansprechenden Bebauung“ spricht. Er wolle dem Villencharakter vieler Häuser der Janusallee Rechnung tragen, versichert er. Auf den beiden Grundstücken sollen mindestens zwei Gebäude entstehen, auf dem größeren der beiden Grundstücke seien auch zwei Gebäude vorstellbar.

Die Nachfrage für ein Domizil in unmittelbarer Nähe des Kellersees ist offenbar vorhanden. „Es hat bereits mehrere Anfragen gegeben“, sagt Kallweit – und das, obwohl noch nicht einmal Baupläne vorliegen.

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