Intermar: Versteigerungen werden noch zwei Jahre dauern

Baurechtlich unzulässiges Wohnen im „Intermar“-Hotel sorgt nun für Misstöne zwischen Malente und dem Kreis.
Baurechtlich unzulässiges Wohnen im „Intermar“-Hotel sorgt nun für Misstöne zwischen Malente und dem Kreis.

shz.de von
15. Juli 2015, 11:33 Uhr

Ein kurzer Wettstreit im Bieten um zwei Einzimmerwohnungen im einstigen Hotel Intermar entstand gestern Vormittag im Eutiner Amtsgericht. Ein Hamburger Immobilienkaufmann, der bereits bei der ersten Zwangsversteigerung im Mai eine Wohnung erworben hatte, wollte auch die beiden 19-Quadratmeter großen Zimmer zur Seeseite. „Es ist eigentlich eine wunderschöne Anlage, auch die Zimmer sind in einem guten Zustand.“ Nur ein paar Schönheitsreparaturen, dann könne er sie wieder verkaufen.

Doch den Plan hatte er ohne ein Kölner Ehepaar gemacht, das bereits mehrere Wohnungen im Hochhaus besitzt. In Hunderter-Schritten steigerten sich beide
Interessenten dreimal, bis der 72-jährige Bewohner schließlich das Höchstgebot mit 6500 Euro für eine Wohnung abgab, die laut Gutachten einen Verkehrswert von 8001 Euro hat. Sein Ziel: „Ich habe schon das Zimmer nebenan und würde das ganze gern zu einem Appartement verbinden.“ Diese Vorstellungen entsprächen auch dem Konzept der KG FBK Service GmbH, die Gläubigerin ist, und nach Informationen des Käufers eine Art Diekseeresidenz aus der Anlage machen wollen.

Der Hamburger Immobilienkaufmann hatte das höchste (6375 Euto) und auch einzige Gebot für die andere 19-Quadratmeter-Wohnung abgegeben, die mit einem Verkehrswert von 12550 Euro beziffert wurde. Der einzige Unterschied zwischen beiden Wohnungen: „In der günstigeren muss das Bad noch gemacht werden“, erklärte die Rechtspflegerin.

Neben den Bietern waren auch eine Handvoll Eigentümer in den Saal gekommen. „Wir wollen mal sehen, wer denn jetzt zu uns kommt“, sagen sie. „Wir hoffen ja, dass es diesmal jemand ist, der das Hausgeld auch zahlt“, ergänzte eine 69-jährige Eigentümerin. Sie ist seit den 90er Jahren in Malente, entschied sich damals für eine Wohnung im Hochhaus – „für teures Geld aber die Lebensqualität, die ich mit bezahlt habe, stimmte damals noch“. Ein Hotelbetrieb mit Schwimmbad und Gastronomie fand sich im ehemaligen Intermar. Doch die Zeiten seien seit der Übernahme der Interhoma GmbH des Malenters Heinz Dieter Nolte-Franzen vorbei. „Ab da ging es bergab.“

Die Zwangsversteigerung war schließlich von der KG FBK Service GmbH angestrengt worden, die noch mit einer Grundschuld über 400  000 Euro eingetragen ist – das Geld hatte sie Nolte-Franzen für den Umbau geborgt, aber nicht wieder bekommen.

Insgesamt stehen rund 40 Wohnungen leer, die ersten vier wurden binnen dreier Monate versteigert. Die nächsten Termine sind für den 20. Juli und im September anberaumt. „Insgesamt wird uns die Versteigerung geschätzt noch zwei Jahre beschäftigen“, sagte ein Vertreter der Hamburger KG FBK Service GmbH.

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