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Integration mit Spanisch: Maßgeschneiderter VHS-Kursus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wenn einer eine Reise tut, dann ist es immer von Vorteil, sich wenigsten etwas in der fremden Sprache verständigen zu können. Das gilt auch für die Bewohner des „Hauses am Priwall“, einer Wohnanlage für Menschen mit Behinderungen in der Trägerschaft „Der Ostholsteiner“. Denn Mitte Oktober fahren sechs von ihnen mit zwei Betreuern nach Mallorca. Und vorher lernen sie in einem Kursus der Volkshochschule Spanisch. Dieses Seminare richtet sich speziell an Menschen mit Beeinträchtigungen.

„Wir haben uns ja das Thema Inklusion in diesem Jahr ein wenig auf die Fahnen geschrieben“, erklärt VHS-Leiterin Antje Bunse zur Zusammenarbeit. Der Spanischkursus sei da ein langsamer Anfang, dem noch weitere Kurse folgen sollen. Geplant sei erst einmal ein Faltblatt in einfacher Sprache, das über Angebote für Menschen mit Behinderungen informiere.

Langfristig aber soll es auch gemischte Kurse geben. „Das können etwa Koch- oder Yogakurse sein“, so Bunse. „Die Volkshochschule ist schließlich für alle da“, fügt Frank Lunau, Leiter des Wohnhauses am Priwall, hinzu.

Für die Kursusleiter seien solche Kurse natürlich eine besondere Herausforderung. „Ich hatte allergrößten Respekt vor der Aufgabe“, gibt Frank Jeworrek zu. Er unterrichtet die Reisegruppe und hat vorher genau besprochen, was im Kursus behandelt werden soll. „Die Teilnehmer lernen, wie sie sich etwas zu Essen bestellen können, Begrüßungen und ein wenig Small Talk“, zählt Jeworrek auf. „Die Spanier freuen sich immer, wenn jemand kommt und ein paar Worte Spanisch kann.“

Natürlich gibt es bei der Unterrichtsgestaltung Unterschiede zu einem normalen Spanischkursus. „Ich habe gemerkt, dass es für die Teilnehmer leichter ist, wenn ich Dinge auf große Zettel schreibe und auf die Tische lege als wenn ich etwas auf die Tafel schreibe, wo es wieder weggewischt werden kann.“

Auch sind Jeworreks Qualitäten als Entertainer gefragt. Denn manchmal spielt er auch mal den spanischen Barkeeper. „Ich versuche, Realität zu simulieren“, sagt Jeworrek. So sollen die Kursusteilnehmer die Scheu davor verlieren, ihre neu erworbenen Kenntnisse auch anzuwenden.

Und es klappt. „Ich will mir unbedingt einen ,café solo‘ bestellen“, verkündet Mandy Leistner. Sie könne sich sogar vorstellen, nach dem Urlaub weiter in einem normalen Kursus an der VHS Spanisch zu lernen.

Auch Wiebke Zeitz kann die Zeit bis zum Abflug kaum noch abwarten. „Der Kursus macht sehr viel Spaß“, findet sie.

Die Freude der Teilnehmer ist auch Frank Lunau aufgefallen: „Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich sehe, wie motiviert die Teilnehmer auch nach einem langen Arbeitstag noch sind.“ Er selbst könne leider nicht mit nach Mallorca fliegen. Am Sprachkursus nimmt er trotzdem teil.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 20:00 Uhr

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