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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 19:52 Uhr

Integration mit Kostenbremse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im zweiten Anlauf stimmt der Malenter Sozialausschuss dem Maßnahmenkatalog zu, den die Koordinatorin für die Flüchtlingsarbeit vorgelegt hat

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 18:35 Uhr

Im September vergangenen Jahres hatte der Sozialausschuss einen Beschluss über ein von der Malenter Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit, Silke Schicke, vorgelegtes Integrationskonzept noch vertagt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Ausschuss nun der Gemeindevertretung empfohlen, „Leitlinien als Handlungsrahmen zur Integration von Flüchtlingen in der Gemeinde Malente zu beschließen und dafür Geld im Rahmen der Haushaltsmittel bereitzustellen“.

Mit der von Christel Küster (SPD) vorgeschlagenen Formulierung, in der das Wort „Konzept“ nicht mehr vorkommt, will der Ausschuss der Gefahr vorbeugen, dass die Gemeinde unter Zwang gerät, die genannten Maßnahmen eins zu eins umsetzen zu müssen und sich so finanziell zu überfordern.

Silke Schicke hat einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen vorgelegt, die sich auf die Bereiche Bildung, Aus- und Weiterbildung, Willkommenskultur, ehrenamtliches Engagement, Betreuung, Gesundheit und Wohnen, Kulturelles, soziales und politisches Leben, Vernetzung und Kooperation beziehen und innerhalb von drei Jahren nach und nach umgesetzt werden sollen. Unter diesen Überschriften werden insgesamt rund 90 einzelne Maßnahmen aufgeführt. Sie richten sich nicht nur an die Flüchtlinge, sondern ebenso an die Bevölkerung, Vereine, Institutionen, Verwaltung und Politik.

Die Maßnahmenpalette reicht von der Schulung ehrenamtlicher Elternlotsen für das System „Kita“ über den Aufbau einer Datenbank der laufenden Deutschkurse bis zur Gewinnung von Flüchtlingen für die Betreuungsarbeit. Die meisten Aufgaben sind der „Koordinationsstelle für die Flüchtlingsarbeit“ zugeordnet, die von Silke Schicke besetzt wird. „Alles, was bereits gemacht wird, wird in dieses Konzept gegossen“, betonte Bürgermeisterin Tanja Rönck. Die Fraktionen hatten das Konzept zwar zurückgestellt, aber bis zuletzt keine Änderungs- und Beratungswünsche an die Verwaltung herangetragen. Der Maßnahmenkatalog solle auch Kontrollmöglichkeiten eröffnen, warb Rönck im zweiten Anlauf für eine Annahme des Konzepts.

Gegenwärtig lasse das ehrenamtliche Engagement nach, weil weniger Flüchtlinge kämen, hat Silke Schicke beobachtet. Dabei gehe die Integrationsarbeit erst jetzt richtig los, denn der Integrationsprozess dauere sieben bis zehn Jahre. „Es kann gut sein, dass uns das auf die Füße fällt, wenn nichts gemacht wird“, warnte Tanja Rönck. Es gelte nun, den Flüchtlingen zu helfen, ein Teil der Gesellschaft zu werden.

„Es ist nicht geplant, ganz viel Geld auszugeben“, versicherte Schicke. Im vergangenen Jahr hätten sich die Ausgaben lediglich auf 2000 Euro belaufen. Es sei dem großen ehrenamtlichen Engagement zu verdanken gewesen, dass diese Summe so gering ausgefallen sei. Die Kosten seien derzeit durch die vom Land gezahlte Integrations- und Aufnahmepauschale (IAP) sowie den Integrationsfestbetrag abgedeckt, berichtete Tanja Rönck. Im laufenden Jahr stünden im Malenter Haushalt 10  000 Euro für Integrationsmaßnahmen bereit.

Die Höhe der vom Land an die Kommunen gezahlten Unterstützung hat sich mehrfach geändert. Gegenwärtig zahlt das Land eine IAP in Höhe von 1  250 Euro pro verteiltem Flüchtling, außerdem soll Malente in diesem Jahr insgesamt gut 53  000 Euro aus dem Integrationsfestbetrag erhalten. 2018 soll die IAP auf 750 Euro sinken, während der Integrationsfestbetrag konstant bleiben soll.

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