"Laila - eine Reise ins Ungewisse" : Integration beim Tanz-Theater: Auf und hinter der Bühne

Die jugendlichen Darsteller arbeiten bereits seit zwei Jahren am neuen Stück.
Die jugendlichen Darsteller arbeiten bereits seit zwei Jahren am neuen Stück.

"Laila - eine Reise ins Ungewisse" heißt die Tanz-Theaterproduktion der Schule für Rhythmik und Tanz "Impuls", die am Sonnabend, 17. März, Premiere feiert.

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15. März 2012, 12:44 Uhr

Eutin | Das Stück handelt von einem afghanischen Mädchen, das aus ihrem von Kriegen und Terrorismus zerrütteten Heimatland flüchten muss und illegal nach Deutschland kommt. Es kommt, wie es kommen muss: Sie wird aufgegriffen und - wie in solchen Fällen üblich - übernehmen die Behörden ihre Vormundschaft. An der Schule, auf die man sie schickt, wird sie aufgrund ihrer Andersartigkeit ausgegrenzt.

Einer Traumatisierung kann sie nur entkommen, indem sie ihre Gedanken und Gefühle aufschreibt. Ihr Tagebuch wird zum ständigen Begleiter. Doch eines Tages wird es ihr von einer Mitschülerin gestohlen und die Welt bricht für sie zusammen. Und es kommt noch schlimmer: Bei einem der renommiertesten Schreibwettbewerbe des Landes gewinnt das Buch den ersten Preis - unter dem Namen der Mitschülerin. Zur gleichen Zeit findet Lailas letzte Verhandlung über ihr Bleiberecht statt. Sie verliert den Prozess. Innerhalb von zwei Wochen soll sie abgeschoben werden.
Stück stammt aus der Feder von 34 Jugendlichen

Als das ihrer Klasse bekannt wird, und zudem herauskommt, dass in Wahrheit Laila die Autorin des ausgezeichneten Buches ist, erfährt das junge Mädchen eine Welle der Solidarität. Als die Presse auf den Fall aufmerksam wird und der öffentliche Druck wächst, gibt es wieder Hoffnung. Doch reicht das, um die drohende Abschiebung zu verhindern?

Das Stück stammt aus der Feder von 34 Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren. Ihre Fiktion vermischte sich in der zweijährigen Vorbereitung mit der Realität: Das Thema wurde ausführlich recherchiert. Die Jugendlichen nahmen Kontakt zu afghanischen Gleichaltrigen auf. Und bei der Realisierung des Tanz-Theaterstückes können die Afghanen sogar mitwirken, berichtet Schulinhaberin Ulrike Pfeiffer: "Hinter der Bühne, in der Technik und durch das Nähen von Kostümen werden unsere Darsteller von den afghanischen Jugendlichen unterstützt." Ihre Situation sei der von Hauptperson Laila ganz ähnlich. Auch sie hät-ten nur eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung und müssten mit der Ungewissheit leben, nicht zu wissen, wohin ihr Weg gehen werde.

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