Insel und Kapitelhof geräumt

Ob die Fasaneninsel je öffentlich mit dem Boot angesteuert wird, bleibt offen. Die Gerichtsverfahren laufen noch.
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Ob die Fasaneninsel je öffentlich mit dem Boot angesteuert wird, bleibt offen. Die Gerichtsverfahren laufen noch.

Stadt Eutin möchte die Fasaneninsel weiterhin kaufen und touristisch zugänglich machen / Gerichtsverfahren laufen

shz.de von
19. Mai 2018, 00:16 Uhr

Ein kleiner Schritt in der nicht enden wollenden Geschichte um die Fasaneninsel im Großen Eutiner See ist gemacht: Die Insel, die immer wieder als Wiege Eutins bezeichnet wird, sowie der Kapitelhof in der Stolbergstraße sind geräumt worden. Das bestätigten die Stadt Eutin und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf Nachfrage.

Letztere verwaltet treuhänderisch die Stiftung des verstorbenen Pferdezüchters Karl Schulenburg, der die Insel im April 2014 für 485 000 Euro am Eutiner Amtsgericht ersteigert hatte und sie als Naturerlebnisraum der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte (wir berichteten). Doch durch Rechtsstreitigkeiten mit der vorherigen Eigentümerin sei es ihm nahezu unmöglich gemacht worden, seine Ziele umzusetzen, geschweige denn die Fasaneninsel überhaupt zu betreten. „Er hat deshalb noch zu Lebzeiten entschieden, die Insel zu verkaufen“, erklärte Annica Zastrow von der Stiftung Naturschutz. Schulenburg habe die Käufer-Familie, die dem Naturschutz ebenfalls sehr verbunden sei und aus Schleswig-Holstein stamme, sogar selbst kennengelernt. „Das wäre eine Win-win-Situation für den Naturschutz. Die Familie selbst ist dem Naturschutz nah und durch den Verkauf würden Mittel für weitere Projekte der Stiftung zur Verfügung stehen“, sagte Zastrow. Doch so einfach ist es nicht: 2016 – als die Insel aus den Händen der Stiftung in den Besitz der Käufer-Familie für 610 000 Euro gehen sollte – machte die Stadt Eutin ihr Vorkaufsrecht geltend. „Die Verfahren laufen noch, wir sind weiter interessiert. Eine touristische Entwicklung an dieser Stelle wäre wünschenswert“, sagte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Sowohl die Stiftung als auch die Käufer hatten Widerspruch gegen die Ausübung des Vorkaufsrecht eingelegt, Verfahrensausgang offen. Nun, wo die Insel erstmals betreten werden könne, würden neue Gutachten gemacht werden müssen, so Zastrow. Bislang haben die Wertermittlungsgutachten auf Literaturrecherche beruht, da die Voreigentümerin, in Eutin bekannt unter dem Künstlernamen Zoé Roussadana, ein Betreten verhindert hatte.

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