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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 12:41 Uhr

Eutin : Ins Berufsleben gestartet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Freitag war der erste Arbeitstag für knapp 1000 Azubis in Ostholstein. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge ist rückläufig

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 10:39 Uhr

Etwas schüchtern stehen sie zusammen, lächeln verlegen, hören zu, was ihr Chef ihnen erzählt. Arend Knoop, Inhaber des Autohauses am Bungsberg, hat dabei klare Vorstellungen, was die 13 angehenden Automobilkaufleute und Mechatroniker mitbringen sollten – Zuverlässigkeit und Sauberkeit stehen dabei an oberster Stelle. „Das, was ich in den 60er Jahren gelernt habe, gebe ich weiter“, sagt Knoop.

Gestern Schulbank, heute Werkbank: Für knapp 1000 Auszubildende und Lehrlinge in Ostholstein begann gestern das Berufsleben. Davon verzeichnete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck 560 Ausbildungsverträge für die Bereiche Industrie, Handel und Dienstleistungen in Ostholstein. Im Vorjahr zählte sie zu diesem Zeitpunkt 598 Verträge. Der Rückgang beträgt 38 Verträge oder 6,7 Prozent. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme“, sagt Klaus-Dieter Schmidt, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK. Denn nicht alle Betriebe hätten pünktlich per 1. August ihre abgeschlossenen Ausbildungsverträge eingereicht, so Schmidt. Und: Ausbildungsstart im Hotel- und Gaststättenbereich sei oftmals erst am 1. September. Auch da seinen noch weitere Meldungen der Betriebe zu erwarten, die die Bilanz noch verbessern würden.

Eine ähnliche Momentaufnahme kam auch aus der Handwerkskammer (HWK) Lübeck. 323 neue Lehrverträge habe man bis gestern für den Bereich Ostholstein gezählt, 342 waren es zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr, bilanzierte Ulf Grünke, Pressesprecher der HWK. Angesichts von einem Rückgang von etwa fünf Prozent im gesamten Kammerbezirk sei es in Ostholstein eine „positive Entwicklung“, so Grünke. Sowohl HWK als auch IHK sehen die Ursachen in den Rückgängen bei den abgeschlossenen Verträgen zum einen im demografischen Wandel, zum anderen aber auch darin, dass „mehr junge Leute gleich ins Studium starten oder weiterführende Schulen besuchen“, so Klaus-Dieter Schmidt. Für Unternehmen sei damit das Problem verbunden, alle
Ausbildungsplätze zu besetzen. Wiederum können
zurzeit Ausbildungsplatzsuchende aus vielen freien Stellen auswählen. Denn HWK wie IHK betonten, dass es noch zahlreiche unbesetzte Ausbildungsplätze – nicht nur in Ostholstein – gebe.

Arend Knoop gibt jedes Jahr acht bis zwölf Schulabgängern die Chance auf eine fundierte, rund dreijährige Ausbildung in den sechs Standorten seines Autohauses. „In der Lehrzeit muss sich herauskristallisieren, wo jemand gerne arbeitet“, sagt Knoop, der versucht, seine Azubis auch nach Abschluss der Lehre weiterzubeschäftigen. „Ich gucke mir die Menschen genau an“, sagt Knoop.

Nach den ersten Tagen im Betrieb wird auch die Unsicherheit verschwinden. „Alles war so ungewohnt, Dank der Kollegen hat sich das aber schnell gegeben“, erinnert sich Dominik Palazzoni, Automobilkaufmann im dritten Lehrjahr, an seinen 1. August und den Start ins Berufsleben zurück.


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nfos zu Berufen und freien Ausbildungsplätzen sind im Internet unter www.ihk-lehrstellenboerse.de oder www.handwerk.de zu finden.

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