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Eutin : Inklusion: Ostholstein übernimmt Vorreiterrolle im Norden

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Viele Wünsche kamen am Montag bei der ersten Inklusionskonferenz in Eutin zur Sprache. Ampeln mit Signalton, keine Aufsteller in der Fußgängerzone und Betriebe, die vermehrt Behinderte beschäftigen

Ampeln mit Signalton, keine Aufsteller in der Fußgängerzone und Betriebe, die vermehrt Behinderte beschäftigen: Wünsche wie diese kamen gestern bei der 1. Inklusionskonferenz zur Sprache. Etwa 140 Gäste – von interessierten Ostholsteinern bis hin zu Vertretern von Kreis und Organisationen – waren zu einem Gedankenaustausch ins Kreishaus gekommen.

Unter dem Motto „Ostholstein, erlebbar für alle“ standen neben fachlichen Gesprächsrunden auch Erörterungen in Arbeitsgruppen auf dem Programm. Der Gedankenaustausch hatte jedoch nicht nur reinen appellativen Charakter: Die Inklusionskonferenz ist ein weiterer Schritt zur Erarbeitung eines Aktionsplanes zur Inklusion auf Kreisebene. „Wir sind die ersten in Schleswig-Holstein, die so einen Aktionsplan auf den Weg bringen“, sagte Reinhard Sager, Landrat des Kreises Ostholstein.

Es gehe auch darum, was der Kreis beim Thema Inklusion leisten können, sagte Dr. Stefan Doose, Leiter der Koordinationstelle „Aktionsplan Inklusion“ beim Kreis Ostholstein. So sei der Einfluss des Kreises auf die Zahl der Lehrerstellen für Inklusion gering. Nicht jedoch in anderen Bereichen. Und da soll der Aktionsplan ansetzen.

„Die Barrieren im Kopf sind die Steine im Weg“, sagte Sager. Die Motivation für Ostholstein, sich dem Thema Inklusion stärker als vielleicht andere zu widmen, seien „sichtbare kleine Schritte“, so Sager und nannte als Beispiele den barrierefreien Zugang zum Strand und zur Ostsee, den Einsatz von Niederflurbussen und den behindertengerechten Ausbau von Gehwegen. Alles müsste auf den Prüfstand. Die Bürger seien eingeladen, sich aktiv einzubringen. Auch die Verwaltung leistet ihren Beitrag: Am 19. März findet ein „Aktionstag Inklusion“ im Kreishaus statt, bei dem die Mitarbeiter selbst erfahren sollen, wie sich Einschränkungen bei Menschen im Alltag auswirken. Ziel sei es, die Verwaltung barrierefreier zu gestalten so Sager.

„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, sagte Kreispräsident Ulrich Rüder. Es solle ein Diskussionsprozess mit allen allen Beteiligten stattfinden, so Rüder.

Mit der Inklusionskonferenz – zwei weitere sind 2016 und 2017 noch angedacht – soll bis Mitte 2016 eine langfristige Strategie entwickelt werden. Ziel sei es, bis 2018 einen vorzeigbaren Plan vorlegen zu können, so Sager.

 

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erstellt am 24.Feb.2015 | 04:30 Uhr

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