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Ostholsteiner Anzeiger

23. September 2017 | 16:50 Uhr

Inklusion: Eutin will aktiv werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hauptausschuss entscheidet über Aktionsplan

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 03:56 Uhr

Treppenstufen vor den Geschäften, Sitzungssälen, in Schulen und Kitas – Eutin hat an vielen Ecken Nachbesserungsbedarf in Sachen Inklusion und Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Den ersten Schritt in Richtung Zukunft will der Hauptausschuss in seiner heutigen Sitzung machen – und über einen Aktionsplan für die gesamte Stadt abstimmen.

Das Projekt „Ostholstein erlebbar für alle“, das von der Lebenshilfe maßgeblich koordiniert wird, gibt es bereits seit Ende 2014. Ratekau war eine der ersten Gemeinden aus dem Kreis Ostholstein, die mitgemacht hat – und nun entsprechend weit ist. Projektleiterin Lena Middendorf: „Es freut mich, dass sich nun auch Eutin über die LGS hinaus für diesen Schritt entscheidet.“ Bisher galt der Kooperationsvertrag zwischen Lebenshilfe und Eutin nur speziell der barrierefreien Landesgartenschau. Doch es sei wichtig und richtig, das auszudehnen. „Es kommt endlich in den Köpfen vieler an, dass Barrierefreiheit kompfortabel für alle ist“, sagt Middendorf.

Dabei sei Barrierefreiheit längst nicht nur im baulichen Kontext zu sehen. „Je nach Gemeinde liegt der Schwerpunkt auf ganz verschiedenen Handlungsfeldern wie Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, bei Freizeit und Kultur oder im Bildungsbereich bei Schulen und Kitas“, sagt Middendorf. Entscheide sich der Hauptausschuss heute für die Erstellung eines Aktionsplanes für Eutin, müsse in einem nächsten Schritt entschieden werden, worauf der Schwerpunkt gelegt werden soll. „In vielen Verwaltungen haben wir vor der Auftaktveranstaltung speziell für Behördenmitarbeiter einen Vortrag zum Thema ‚Inklusionsorientierte Verwaltung‘ angeboten, um die Menschen zu sensibilisieren“, sagt Middendorf.

Für die LGS habe die Umsetzung schon gut funktioniert, „ich finde es schön, dass die LGS-Verantwortlichen nicht nur die baulichen Barrieren gesehen haben, sondern auch Gebärdendolmetscher engagiert, Flyer in einfacher Sprache gestaltet und einen Mobilitätsservice angeboten haben“. Auch außerhalb der LGS seien vereinzelt Eutiner immer wieder engagiert bei dem Thema Inklusion. Derzeit würden von der Lebenshilfe Fachleute für Barrierefreiheit ausgebildet, aufgrund der großen Nachfrage werde von Mitte Mai an ein zweiter Kurs angeboten – in beiden seien Teilnehmer aus Eutin.

Laut Verwaltungsvorlage soll der Eutiner Aktionsplan in enger Abstimmung mit den Senioren- und Behindertenbeauftragten in der zweiten Jahreshälfte 2016 – basierend auf den Entwürfen der anderen – aufgestellt werden. In Ratekau dauerte es bis zum abstimmungsreifen Entwurf mehr als ein Jahr. Bleibt zu hoffen, dass die Mühlen in Eutin trotz oder gerade wegen der Stadtsanierung schneller mahlen.

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