Eutin : Inklusion braucht viele Akteure

Machen sich für den Aktionsplan stark: Ulrich Rüder (Kreistagspräsident, v.l.), Landrat Reinhard Sager, Wolfgang Schulz (Beirat für Menschen mit Behinderung), Lena Middendorf und Dr. Stefan Doose.
Machen sich für den Aktionsplan stark: Ulrich Rüder (Kreistagspräsident, v.l.), Landrat Reinhard Sager, Wolfgang Schulz (Beirat für Menschen mit Behinderung), Lena Middendorf und Dr. Stefan Doose.

Ostholstein will als erster Kreis im Land Aktionsplan auf den Weg bringen / Öffentliche Foren geplant / Erstes Treffen im Februar

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03. Dezember 2014, 13:14 Uhr

Unüberwindbare Treppen, komplizierte Erklärungen auf Infoblättern, Vorurteile in den Köpfen der Menschen – im Kreis Ostholstein sollen Barrieren jeglicher Art – die Menschen mit Handicaps ausschließen – langfristig abgebaut werden. Das haben gestern mehr als 30 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und dem Beirat für Menschen mit Behinderungen im Kreishaus betont – und sich für den Aktionsplan Inklusion ausgesprochen. Damit ist Ostholstein der erste Kreis in Schleswig-Holstein, der sich auf den Weg macht, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

„Ich bin stolz darauf, das Ostholstein sich so offen zeigt. Wir können mit unserem Aktionsplan ein Motor für die anderen Kreise im Land sein“, betont Lena Middendorf von der Lebenshilfe, die das Projekt „Ostholstein – erlebbar für alle“ leitet. Dass der Kreis sich so engagiere und am Aktionsplan mitwirke, sei ein gutes Zeichen für die kleineren Gemeinden. Bisher sind es vier Städte und Gemeinden, die am Aktionsplan mitwirken: Oldenburg, Ratekau, Heiligenhafen und Bosau haben mit dem Projekt „Ostholstein erlebbar für alle – bereit für Inklusion und Barrierefreiheit“ eine feste Kooperation vereinbart (wir berichteten).

Was ist das Ziel? Landrat Reinhard Sager: „Ostholstein soll eine Region werden, in der alle Menschen ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ Inklusion sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur mit vielen Akteuren funktioniere. Umso mehr freue er sich, so viele interessierte Vertreter verschiedener Bereiche am gestrigen internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen zu begrüßen. Von Inklusion profitieren alle, nicht nur die zehn Prozent der Rollifahrer oder die 40 Prozent mit anderen Handicaps, erklärte Middendorf. „Gerade Ostholstein habe erkannt, dass es als Tourismusregion nur profitieren kann, wenn Barrieren abgebaut werden“, sagt Middendorf. Außerdem wohnen im Kreis überdurchschnittlich viele Menschen, die aufgrund ihres Alters oder anderer Beeinträchtigungen auf Barrierefreiheit angewiesen sind. „Gehen sie mal in der Vorsaison in Grömitz spazieren, da sehen sie, wer da lang schiebt“, verbildlichte Dr. Stefan Doose, einer der beiden Koordinatoren für den Aktionsplan.

Wie gehts jetzt weiter? Derzeit werden alle Ist-Zustände erfasst – mit Experten vor Ort, „denn nur diese Menschen wissen, was funktioniert und was nicht“, sagt Middendorf. Am 23. Februar ist im Kreishaus eine öffentliche Veranstaltung für alle Interessierten. Außerdem sollen ab März alle zwei Monate öffentliche Foren zu verschiedenen Themen wie Gesundheit, Bildung und Arbeitsleben organisiert werden. Mitte 2016 soll ein Aktionsplan vorliegen, der ab Herbst im Kreistag diskutiert wird.



Infos unter www.kreis-oh.de/Sozia les_Bildung/Aktionsplan_Inklusion/

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