Plön : Initiative gegen Flut von Schildern

Die Ehrenbürger Uwe Jes Hansen und Roland Reche sowie Dr. Jürgen Hansen von der Marius-Böger-Stiftung stellten die negativen Beispiele im Plöner Stadtbild vor.  Fotos: Kerstin Ahrens
Die Ehrenbürger Uwe Jes Hansen und Roland Reche sowie Dr. Jürgen Hansen von der Marius-Böger-Stiftung stellten die negativen Beispiele im Plöner Stadtbild vor. Fotos: Kerstin Ahrens

Gleich 20 Mitglieder traten am Dienstagabend in Plön der neuen „Bürgerinitiative Stadtbild Plön“ bei

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07. November 2013, 00:31 Uhr

Gleich 20 Plöner schlossen sich am Dienstagabend nach einer Informationsveranstaltung im Haus der Marius-Böger-Stiftung der „Bürgerinitiative Stadtbild Plön“ an. Das Ziel der Initiative ist es, ergänzend zu einer von der Stadtverwaltung vorbereiteten Neufassung einer Gestaltungssatzung einen Wettbewerb auszuschreiben. Mit einem Wettbewerb, in dem vorbildliche Fassadenwerbungen öffentlich vorgestellt und mit Preisen ausgezeichnet werden, sollen Anreize zur Vermeidung von Fassadenverschandelung entgegen gewirkt werden.

„Durch den Wettbewerb wollen wir finanzielle Anreize schaffen, falsche oder unpassende Werbung zu verbessern“, sagte Dr. Jürgen Hansen, Vorstand der Marius-Böger-Stiftung. Appelle würden zu nichts führen. Es ginge vielmehr um Überzeugungslösungen, die die Stadt nicht leisten könne. In dem Wettbewerb sollen nicht nur bestehende Werbeanlagen, sondern auch Änderungsentwürfe einbezogen werden. Die Auswahl erfolgt durch eine Jury, der auch eine Person aus dem Plöner Geschäftsleben angehören soll. Als Gewinnprämien sind zweckbestimmte Geldpreise zur Vergabe von Einkaufsgutscheinen und bei Änderungsentwürfen durch finanzielle Unterstützung ausgelobt worden. Außerdem soll ein Internet-Forum eingerichtet werden sowie Schüler des Gymnasiums Schloss Plön und eine Designer-Klasse der Muthesius-Schule beteiligt werden.

Die Initiative angeschoben hatten Plöns Ehrenbürger Roland Reche und Uwe Jes Hansen. Ziel ist es, auf der Grundlage des Satzungsrechts Anstoß zu einer kreativen Werbung zu geben, die das Straßenbild nicht verschandelt, sondern sich ihm anpasst und die Qualität des Erlebnisraums steigert.

„Wir müssen etwas machen, sonst haben wir hier bald eine Situation wie in Las Vegas“, sagte Uwe Jes Hansen, der auf sieben Branchenzeichen an Fassaden einer Apotheke verwies. Mit der Marius-Böger-Stiftung habe man einen Sponsoren und Ideengeber an der Seite. Sie habe bereits 2011 eine Umfrage und Bestandsaufnahme der „werblichen Hochrüstung“ in der Fußgängerzone auf den Weg gebracht. „Es ist wichtig möglichst viele Bürger mitzuziehen“, ergänzte Roland Reche. Er wolle sich das Wohlfühlen in Plön nicht durch unbedachte Werbung zerstören lassen.

Die neue Gestaltungssatzung sei in Arbeit und solle im Dezember für die Öffentlichkeit einsehbar sein, sagte Bürgermeister Jens Paustian. „Der Schulterschluss durch die Bürgerinitiative kann das Ganze ergänzen und unterstützen“, sagte der Verwaltungschef, der erste Erfolge im Konsens mit Antragstellern meldete: zwei neue Werbeanlagen wurden schon nach den Richtlinien der neuen Satzung, die voraussichtlich im März von der Ratsversammlung verabschiedet wird, umgesetzt.

Jetzt ginge es um etwa zehn Fassadenwerbungen, die keine Genehmigung haben und zurückgebaut werden müssten, so Bauamtsleiterin Jutta Kricheldorff. Bei den genehmigten Werbeanlagen, die Bestandsschutz genießen, könne nur auf das Mitwirken der Gewerbetreibenden – nicht zuletzt durch den angestrebten Wettbewerb – gehofft werden. Wer sich der Bürgerinitiative anschließen möchte, kann sich per E-Mail an marius.boeger.stiftung@t-on line.de oder per Post (Schloßgebiet 1a, 24306 Plön) an die Stiftung wenden.


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