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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 23:49 Uhr

Initiative für Gymnasien gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

UWG-Resolution gegen neue Oberstufen abgelehnt

von
erstellt am 13.Feb.2014 | 16:29 Uhr

Bringen Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe eine existenzielle Gefahr für die vier Gymnasien im Kreis Plön? Darüber diskutierte gestern intensiv der Plöner Kreistag. Am Ende wurde ein von der UWG eingebrachter Antrag, den CDU und FDP unterstützten, von einer Mehrheit aus SPD, Grünen und FWG abgelehnt.

Die UWG schlug eine Resolution des Kreistages vor, dass im Kreis Plön an Gemeinschaftsschulen keine gymnasialen Oberstufen eingerichtet werden sollten, damit den Gymnasien nicht die Schüler ausgehen. In den Oberstufen der Gymnasien und im Berufsbildungszentrum gebe es reichlich Kapazität für alle Schüler, die eine Hochschulreife erwerben wollten, argumentierte Dr. Claus Thies (UWG).

Horst Thielscher (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses, entgegnete, dass der Schulträger über die Einrichtung von Oberstufen entscheide, nicht der Kreis. Bei der Genehmigung müsse das Land darauf achten, dass benachbarte Schulen nicht gefährdet würden. Außerdem bestehe grundsätzlich die Möglichkeit von Schulkooperationen.

Tade Peetz (CDU) brachte einen umfangreichen Zusatz-Antrag als Konzept mit dem Titel „Anschluss durch Kooperation“ ein. Ein Kern des Problemes sei: In zehn Jahren würden rund 2000 Schüler im Kreis Plön weniger unterrichtet werden. Peetz: „So wären neue Gebäude haushaltstechnisch irrwitzig.“ Eine besondere Bedeutung komme auf jeden Fall dem Berufsbildungszentrum in Preetz und Plön zu.

Kirsten Bock (Grüne) sah keine zeitliche Notwendigkeit, über den Antrag zu diskutieren. Der stelle außerdem eine Aushöhlung und Beschneidung der freien Schulwahl dar.

Es gebe immer weniger Schüler. Deshalb sollte man keine neuen Schulen in die Landschaft pflanzen und die vier Gymnasien bewahren, stellte Martin Wolf (FDP). fest. Die freie Schulwahl habe für den Kreis eine unkalkulierbare Größe geschaffen, merkte Wolf an.

Heidrun Clausen (SPD) erklärte für ihre Partei, dass man weitere Oberstufen nicht generell ausschließen sollte. „Wir brauchen keine weiteren Oberstufen“, setzte dem Thomas Hansen (CDU) entgegen und forderte, dies in den Schulentwicklungsplan aufzunehmen. Es gebe im Kreis Plön ausreichend Angebote.

Bemerkenswert war am Ende der Diskussion eine „Rolle rückwärts“ der FWG, die mit ihren beiden Stimmen den Ausschlag für eine Ablehnung des UWG-Antrages gab. Im Vorfeld der Kreistagssitzung hatte die FWG erklärt, Gemeinschaftsschulen sollten keine Konkurrenz zu Gymnasien sein. Gestern sagte die FWG-Abgeordnete Bettina Hansen: „Gemeinschaftsschulen sollen die Bildungschancen vergrößern“ – und die FWG stimmte mit SPD und Grünen.

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