Eutin : In der Opernscheune wird hart an Erfolgszahlen gearbeitet

kuhnert

„Wir haben ein komplett anderes Controlling eingeführt“, sagte die Geschäftsführerin der Eutiner Festspiele, Sabine Kuhnert.

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09. Januar 2015, 12:00 Uhr

Akkurate Zahlen sind das Lebenselixier jedes Unternehmens. Deshalb will Sabine Kuhnert jetzt für die Eutiner Festspiele laufend absolut verlässliche Angaben zum Kartenverkauf sowie zu Ausgaben und Einnahmen schnell im Blick haben: „Wir haben ein komplett anderes Controlling eingeführt“, sagte die Geschäftsführerin, die seit November in der Opernscheune tätig ist, gestern in einer Pressekonferenz.

Sie unterstrich diesen Anspruch gleich mit der Bekanntgabe erster genauer Verkaufszahlen zur 65. Spielzeit. Demnach haben sich zumeist Stammgäste der Festspiele bis Weihnachten bereits 6109 Tribünenplätze für die 20 Veranstaltungen im Juli und August auf der Freilichtbühne gesichert.

„Das sind 1500 Karten im Vorverkauf mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Damit haben wir 25 Prozent des für die gesamte Spielzeit wieder mit knapp 24500 kalkulierten Kartenverkaufs bereits erreicht. Und das Schöne ist, dass die Nachfrage nach Aida und Vogelhändler bisher gleich stark ist“, so Kuhnert.

Als nächste Zielmarke strebt die ehemalige Chefin einer international operierenden Werbeagentur an, bis Ostern die Hälfte des veranschlagten Ticketabsatzes zu schaffen. Bei der Ansprache potenzieller Kunden sollen jetzt Verbände wie DRK, Landfrauen und Arbeiterwohlfahrt in der Region ebenso kontaktiert werden wie die Tourismuszentralen der Urlaubsorte. Und nach den positiven Erfahrungen mit einer Rabattaktion im November werde es weitere solcher Werbemaßnahmen geben. Kuhnert: „Wir hatten nach dem Mailing einen Rücklauf von 18 Prozent. Normalerweise freut man sich bei solchen Aktionen schon über eine Antwortquote von fünf Prozent .“

Die offizielle Geschäftsbilanz der Neue Eutiner Festspiele GmbH soll Ende März vorliegen. Bis dahin werde sie öffentlich noch nichts über das Jahresergebnis 2014 sagen, betonte Kuhnert, auch wenn die Zuschussgeber von Stadt, Kreis und Land für ihre Haushaltsplanungen früher danach verlangten. Sie wolle aber das Thema Finanzen bei den Festspielen offensiv und nachvollziehbar in den Gremien vertreten.

Wie sehr dabei Vorsicht geboten sei, habe ihr eine im Herbst im Kreistag genannte Verlustsumme von knapp 140  000 Euro gezeigt: „Danach gab es viele Anrufe, ob es die Festspiele 2015 überhaupt noch geben würde. Natürlich ist das gesichert. Die Zahl war eine Wasserstandsmeldung von Ende August, da waren noch längst nicht alle Einnahmen und Ausgaben bis zum Jahresende eingerechnet.“

Kuhnert bestätigte, dass auf dem Konto der Festspiele Ende November eine zuvor bereits in Aussicht gestellte Spende über 50000 Euro der Ulbrich-Stiftung eingegangen ist. Urheber dieser Stiftung ist der im Vorjahr verstorbene Hamburger Kaufmann Eckart Ulbrich, der 2012 die Opernscheune erworben und dann zu Vorzugskonditionen an die Kulturgenossenschaft Eutin verpachtet hatte. Die Stiftung ist zur Förderung der Kultur in Ostholstein gegründet worden und will, wie Kuhnert sagte, eine feste Partnerschaft mit den Festspielen pflegen.

Eine enge Zusammenarbeit ist bereits mit der Landesgartenschau GmbH eingeleitet worden. „Das läuft wirklich sehr gut. LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt ist wirklich einer, der mitdenkt und sich schnell Lösungen für Probleme überlegt“, lobte Kuhnert. Die direkt benachbarten Unternehmen haben in nächster Zeit viel miteinander zu tun: Der historische Bauhof mit der Opernscheune gehört ebenso zu dem Baustellenprogramm der LGS in diesem Jahr wie die Zufahrtstraße am Schlossgarten und dort angesiedelte Parkplätze. Besonders die Anfahrtmöglichkeiten für gehbehinderte Besucher will die Geschäftsführerin gesichert sehen,

Eine Konsequenz steht bereits fest: Die Festspiele werden ihr ehemaliges Kartenhäuschen am Jungfernstieg wiederbeleben. Über Weiteres wird noch verhandelt, so über das Veranstaltungsprogramm der Festspiele im Rahmen der Landesgartenschau.

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