zur Navigation springen

Problem im ländlichen Raum : In der Nähe von Biogasanlagen brechen Rohre

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Biogas-Anlagen sind ohnehin umstritten. Ein neues Problem bringen sie dem Zweckverband Ostholstein: Schwere Fahrzeuge sorgen für eine Verdoppelung von Wasserrohrbrüchen.

von
erstellt am 09.Okt.2013 | 04:00 Uhr

Biogas-Anlagen sind umstritten, unter anderem weil sie Maisanbau befördern. Eine andere negative Nebenwirkung hat der Zweckverband Ostholstein (ZVO) registriert: Der verstärkte Verkehr mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen, der an Biogasanlagen stattfindet, zermürbt offensichtlich das unterirdische Leitungsnetz.

Normal seien etwa 35 Rohrbrüche pro Jahr, sagt Pressesprecher Detlef Lichtenstein auf OHA-Anfrage. 2012 habe sich die Zahl der Rohrbrüche verdoppelt, und der Trend halte an. Dabei sei ein Zusammenhang zwischen Lieferverkehr für Biogasanlagen und Rohrbrüchen zu erkennen.

Rohrbrüche seien für alle – Mitarbeiter wie auch Bürger – eine erhebliche Belastung. Das Investitionsprogramm der zuständigen ZVO-Tochtergesellschaft Energie sei wegen der verstärkten Rohrbrüche extra erhöht worden.

Auf jeden Fall zwinge ein Rohrbuch zum schnellen Handeln, häufig auch zum Verlegen neuer Leitungen. Das sei besonders ärgerlich, wenn diese Sanierung erzwungen werde wie im April in Altenkrempe. Lichtenstein: „Die ZVO Energie musste hier eine rund 1000 Meter lange Trinkwasserleitung erneuern - mit der gerade einmal sieben Häuser versorgt werden. Das ist wirtschaftlich eigentlich gar nicht darstellbar.“

Neue Leitungen würden meist im Bohrspülverfahren verlegt. Aufgegraben würden dazu nur sogenannte Kopflöcher, in denen mit einem steuerbaren Bohr- und Spülkopf rund 200 Meter lange Bohrung erfolgten. Dabei könnten unterirdische Hindernisse geortet und umfahren werden. „So ist eine schnellere Verlegung als im offenen Graben möglich, und es gibt kaum Belästigungen für Anwohner in Wohngebieten durch Straßenabsperrungen oder Arbeiten im Gehwegbereich“, ergänzte der Energie-Geschäftsführer Rüdiger Lange-Joost.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen