Eutin : In der Klinik ersten Schritt zur Pflege tun

 Markus Klein und  Dorit Ernst zeigen, wie  Pflegedürftigen das Aufstehen erleichtert und dabei der eigene Rücken geschont wird.bu
Markus Klein und Dorit Ernst zeigen, wie Pflegedürftigen das Aufstehen erleichtert und dabei der eigene Rücken geschont wird.bu

Gute Erfahrungen mit einem Modellprojekt in Eutin: Angehörige von Patienten werden rechtzeitig darauf vorbereitet, welche Aufgaben auf die zukommen.

shz.de von
28. Oktober 2014, 04:00 Uhr

Ob Schlaganfall, Herzinfarkt oder Oberschenkelhalsbruch: Plötzlich ist für die zumeist älteren Betroffenen und ihre Angehörigen alles ganz anders. Wer soll zu Hause die unversehens Pflegebedürftigen versorgen? Eine passende Antwort soll bereits im Krankenhaus gefunden werden – das ist das Ziel des Modellversuchs, an dem sich seit 2013 auch zwei Kliniken in Eutin beteiligen.

Gestern präsentierten Vertreter der Sana Kliniken Ostholstein und des St. Elisabeth-Krankenhauses eine überaus positive Erstbilanz der „Familialen Pflege“, wie das von der Universität Bielefeld zusammen mit der AOK Nordwest bundesweit organisierte Projekt heißt. „Hoffentlich wird dieses geniale Angebot bald zu einer Dauereinrichtung“, waren sich Elisabeth-Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf und Kermit Behnisch aus der Sana-Unternehmensleitung einig. AOK-Regionaldirektor Maik Vonau nickte mit Blick auf die Politik: „Wir wollen mit praktischen Hilfen den Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Pflege erleichtern. Das ist wünschenswert als Regelversorgung.“

Seit Mitte 2013 bieten das Sankt Elisabeth Krankenhaus und die Sana Kliniken den Angehörigen ihrer Patienten kostenlose Beratungen und individuelle Pflegetrainings an – bei Bedarf auch in der häuslichen Umgebung. Es geht um die richtige Lagerung und Bewegung, aber auch um Körperhygiene oder praktische Hilfestellungen beim An- und Ausziehen. Den Familien wird aber auch vermittelt, wie sie ein pflegerisches Netzwerk knüpfen, damit niemand überlastet wird mit der Verantwortung.

„Die Angehörigen sind sehr dankbar über das Angebot. Endlich hat jemand mal Zeit für ihre Sorgen und Ängste“, sagt Dorit Ernst, Pflegetrainerin in den Sana Kliniken. Markus Klein, ihr Kollege im Elisabeth-Krankenhaus, ist ebenfalls des Lobes voll: „Man kann den Betroffenen mit kleinen Schritten helfen, wieder eigene Ziele zu erreichen. Das macht Freude.“

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